Fromagerie des Franches-Montagnes eröffnet

12 Millionen Franken für 18 Bauern

Die Fromagerie des Franches Montagnes in Le Noirmont (JU) ist eröffnet. MIBA hat diesen feierlichen Moment zusammen mit den kantonalen Behörden und den zentralen Firmen und Organisationen, die massgeblich zur Entstehung des Neubaus beigetragen, zelebriert. Das 1300 m² grosse Gebäude entspricht den neuesten Anforderungen an eine moderne Käserei.

Feierliche Eröffnung

Rund 200 Gäste aus der Branche, Wirtschaft und Politik haben heute die feierliche Eröffnung der Fromagerie des Franches-Montagnes miterlebt. Moderne Käserei mit neuem Erscheinungsbild

Ein Jahr nach der Übernahme der «Christian Kälin SA» durch MIBA Genossenschaft wurden anfangs 2017 die Bauarbeiten gestartet. Die moderne Produktionsstätte entspricht den neusten Anforderungen an Qualität, Hygiene und Umweltfreundlichkeit. Mit dem Solardach von 580 m² verfügt die Fromagerie über ein ökologisches Stromsystem, das bis zu 30 Haushalte versorgen kann.

Seit 2019 tritt die Käserei unter dem Namen «Fromagerie des Franches-Montagnes SA» mit einem neuen Erscheinungsbild auf.

Feierliche Eröffnung. (Bildquelle: kim)

Schauen und Schmecken

Produktion und Besucher sind in der Fromagerie vereint. Beim Betreten des Verkaufsladens bekommen Interessierte sofort Lust auf Käse. Die Spezialitäten Tête de Moine AOP, Gruyère AOP und die drei Hausspezialitäten «Noirmont», «Franches-Montagnes» und «Roc-Montès sind an der Theke einladend präsentiert. Durch einen Gang gelangen die Gäste in den ersten Besucherraum. Nur ein Meter über der 400m² grossen Produktionsstätte schauen die Besucher auf die Kupferkessel, Vorpresse und der rotierenden Käsepresse. Hautnah – einzig durch eine Glasscheibe getrennt - beobachtet man die zwölf Mitarbeiter, wie der Käse entsteht. In der Salzlake, die in einer Wanne mit Fassungsvermögen von 30 000 l, hängt der Käse – je nach Sorte – einige Stunden, bevor er in den Reifekeller verlagert wird. Zwei Roboter pflegen dort die Laibe von Tête de Moine AOP und Gruyère.

Zwei Käsekeller mit 100t Lagerkapazität stehen zur Verfügung. Für die Pflege der Laibe sind zudem zwei Roboter zusändig. (Bildquelle: kim)

Interaktive Frage Antwortenspiele auf Bildschirmen animieren mehr über die Käseproduktion und der Landwirtschaft zu erfahren. Ein knapp fünf Minuten langer Film, den es in vier Varianten gibt, den Jahreszeiten angepasst, rundet die Präsentation ab. Natürlich wird am Ende Käse degustiert. Der Eintritt ist tief gehalten. Eine Familie ist mit gut 20 CHF mitten im Käsegeschehen. Die Verantwortlichen erhoffen sich, dass dafür die Bereitschaft grösser ist, Käse einzukaufen.

Individuelle Besucher/innen können die Schaukäserei während den Öffnungszeiten besichtigen. Für Gruppen ab zehn Personen werden Führungen in Deutsch, Französisch und Englisch angeboten (Dauer zirka 1,5 Std.).

Preise und Öffnungszeiten: www.fdfm.ch

Milchproduzenten gesucht

Die Fromagerie verarbeitet jährlich rund 4 Mio. kg Milch von 18 Milchproduzenten aus Le Noirmont und Umgebung. Drei von ihnen werden Ende des Jahres nicht mehr dabei sein. Das ist ein Grund, dass Milchlieferanten gesucht werden. Ein weiterer ist, dass die Fromagerie die Produktion der Spezialitäten gerne ausweiten möchte. Der Preis liege mit zirka 70 Rp pro Liter Milch über dem der Industriemilch. Die Nebenprodukte zirka 10 000 kg Molke und 200 kg Rahm werden an Dritte verkauft. (Angaben pro Tag).

Der Neubau beherbegt Produktionsstätte und Schaukäserei. (Bildquelle: kim)

Kosten des Neubaus

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 12 Mio. CHF. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und der Kanton Jura beteiligen sich massgeblich an diesem Projekt. Auf ein Restaurant habe man bewusst verzichtet. Das sei in der Region schon sehr gut abgedeckt. Mit der Kombination Tourismus, Produktion und Verkauf erhoffe man sich ein grossen Potenzial. Ausserdem wolle die Fromagerie die Produktion der Spezialitäten erhöhen.

Geschichte der Käserei

Die Käserei in Noirmont wurde 1910 im Dorfzentrum erbaut. In ihren Anfängen stellte sie ausschliesslich Tête de Moine und Gruyère Käse her. In den 1970er Jahren wurde sie von der Familie Kälin übernommen. Unter Führung des Besitzers Charles Kälin erweitere sich das Angebot um hauseigene regionale Spezialitäten. Sein Sohn Christian übernahm später die Käserei und führte die Käseherstellung erfolgreich fort. Im Jahr 2016 wurde die Käserei von MIBA Genossenschaft übernommen.

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Artikel geschrieben von

Kirsten Müller

Redaktionsleitung

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