Kommentar

Rücken Sie sich ins rechte Licht!

"Ihre Pluspunkte: echt, glaubwürdig und transparent" Kommentar von Kirsten Müller

Erfreuliches vorweg: Der erste Wettbewerb «Schönster Hofladen der Schweiz» scheint den Anfang einer Erfolgsgeschichte zu beschreiben. Gemeinsam mit dem Schweizer Obstverband lancierten wir vergangenen September das Wettrüsten der
Direktvermarkter. Den Bauernfamilien zollen wir als Ausrichter den höchsten Respekt (ab Seite 12).

Fazit: Schon in zwei Jahren richten wir den nächsten Wettbewerb aus.

Die Bandbreite und Vielfalt der Läden haben die Jury, die stets das Gesamtkonzept der Direktvermarkter im Auge hatte, stark beeindruckt. Tipps und Trends sind uns begegnet, die sich auf viele andere Betriebe – auch ohne Hofladen – übertragen lassen. Aufgefallen ist, dass Hofladenbetreiber sich weitaus weniger über die Konsumenten beklagen. Sie wissen, wie wichtig es ist, sich einzumischen und die Arbeit der Bauern und Bäuerinnen ins rechte Licht zu rücken.

Imagepflege:

Viele Bauern und Bäuerinnen in der Direktvermarktung haben einen erheblichen Anteil an der positiven Meinungsbildung der Gesellschaft zur Landwirtschaft. Mit ihrem direkten Kundenkontakt nutzen sie die Chance, Arbeitsabläufe zu erklären. Sie erwirken Verständnis. Fakt ist, dass sich die Menschen von der Landwirtschaft immer mehr entfremden. Menschen ändern ihr Verhalten nur, wenn für sie die Zusammenhänge verständlich sind und ihnen die Kreisläufe dabei klar werden. Deshalb: Gehen Sie auf sie zu.

Transparenz schafft Vertrauen in Ihre Person, Ihren Betrieb und die von Ihnen produzierenden Güter. Direktvermarkter und Hofladenbetreiber bieten Rundgänge oder Feldbegehungen für Interessierte an. Das kann jeder andere Betrieb ebenso umsetzen. Es muss nichts Grosses sein. Ein kurzes Gespräch mit Spaziergängern am Feldrand, ist sicher schon viel wert, auch wenn Sie Sachverhalte, die für uns selbstverständlich sind, manchmal in einfacher Sprache erklären müssen.

Positives Feedback gibt Vorwärtsschwung. Lob der Kundschaft tut gut und motiviert. Deshalb schätzen Hofladenbesitzer direkte Kundenkontakte. Und nicht nur, weil die Margen, die sonst bei Migros und Coop landen, die eigene Kasse klingeln lassen. Sie erfahren, dass ihre Produkte und die Arbeit, etwas wert sind. Und – als Bauern und ­Bäuerinnen haben Sie einen enormen Vorteil gegenüber der Verarbeitungsindustrie und den Detailhändlern – nämlich Ihre
Authentizität. Sie sind die besten Botschafter für Ihre Produkte und Ihren Berufsstand. Das gilt es noch stärker auszuspielen und zu nutzen.

Moderne Medien und die Social-Media­kanäle Facebook, Instagram, Twitter und Co. stehen allen offen. Unsere Gewinnerin, Kathrin Märki, hat daraus für ihre Bedürfnisse einen ausgeklügelten Kommunika­tionsmix zusammengestellt. Im Newsletter informiert sie die Kunden über Angebote. Auch über Facebook und Whatsapp erreicht sie die Menschen. Oder beispielsweise Landwirt Iwan Tretow (ab Seite 55). Er führt einen Betrieb mit Mutterkühen und vermarktet das Fleisch in seiner Berner Metzgerei «La Boulotte». Einmal pro Woche steht der Landwirt hinter der Ladentheke. «Die Leute schätzen es, dass wir von jedem Tier, welches über unsere Ladentheke geht, die Geschichte kennen.»

Wenn Sie den Konsumenten einen Einblick in Ihren Alltag ermöglichen, schärfen Sie das Bild der Landwirtschaft.

Nicht vergessen: der Austausch der ­Bauern untereinander. Partizipieren Sie an den Erfolgsgeschichten von Berufskollegen – wie in diesem Fall unserer Gewinner des Hofladenwettbewerbs.

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Artikel geschrieben von

Kirsten Müller

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