Direktzahlungen

Nebenerwerbskurs soll bleiben

Mit der Agrarpolitik 22+ sollen die Bildungsanforderungen für den Erhalt von Direktzahlungen verschärft werden. Auch der Schweizer Bauernverband schlägt in diese Kerbe. Die Kleinbauern-Vereinigung wehrt sich gegen diese «Verschulung» der Landwirtschaft.

Der Bundesrat formulierte im Rahmen der AP 22+ höhere Ausbildungsanforderungen für den Erhalt von Direktzahlungen. Der Schweizer Bauernverband möchte keine solche Verschärfung, fordert jedoch neu ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis für den Erhalt von Direktzahlungen. Damit möchte er die lancierte Diskussion nutzen, um den Nebenerwerbslandwirtschaftskurs NEK/NELA, welcher besonders für Spät- oder Quereinsteiger einen Zugang zur Landwirtschaft ermöglicht, abzuschaffen. Die Kleinbauern-Vereinigung lehnt diese ab. Auch in Zukunft sollen Spät- und Quereinsteiger sowie Praktiker einen einfachen Zugang zur Landwirtschaft finden. Die Aus- und Weiterbildung zu stärken sei wichtig, aber eine Verschärfung der Anforderungen der falsche Weg, findet Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern. Für eine vielfältige Schweizer Landwirtschaft brauche es auch in Zukunft genügend Nachwuchs. Zudem seien höhere Anforderungen kein Garant für eine erfolgreiche Betriebsführung.

Anstatt höhere Anforderungen an die Ausbildung, fordert die Kleinbauern-Vereinigung ein breiteres Weiterbildungsangebot und eine bessere Durchlässigkeit in der Bildung. Der immer wieder in der Kritik stehende Nebenerwerbslandwirtschaftskurs NELA leistet dabei einen wichtigen Beitrag.

Neben Regina Fuhrer und Barbara Küttel von der Kleinbauern-Vereinigung, erklärten an der heutigen Medienkonferenz zwei Praktiker, Thomas Urech und Stephan Koch, warum es Nebenerwerbskurse brauche.

Stephan Koch ist auf einem kleinen Bergbauernbetrieb in Root (LU) aufgewachsen. Der gelernte Maschinenmechaniker und Wirtschaftsinformatiker entschloss sich 2012, den Hof zu übernehmen. Es sei sein Herzenswunsch gewesen, in die Landwirtschaft zurückzukehren. Den Familienbetrieb nach der Pensionierung seines Vaters weiterzuführen und in der Familie zu erhalten. „Eine Zweitausbildung im Alter von 36 Jahren war für mich aber nur berufsbegleitend finanziell tragbar. Einen temporären Ausstieg aus meiner Berufstätigkeit für den EFZ hätte ich mir nicht leisten können und wäre in meiner beruflichen Position auch nicht möglich gewesen“, erklärt er. Zudem hätte er durch seine vorgängigen Ausbildungen und beruflichen Tätigkeiten sowie die langjährige Mitarbeit auf dem Hof bereits viel Erfahrung und Wissen mitgebracht.

Thomas Urech ebenfalls aus dem Kanton Luzern, studierte Sozialanthropologie, Allgemeine Ökologie und Geschichte. Er war als Älpler tätig, arbeitete als Gemüsegärtner und war am Aufbau eines Gemüseabos beteiligt. Kurzfristig erhielt er die Chance, einen Betrieb zu pachten. „Ich war bereits über 30 Jahre alt und hatte aus zeitlicher und finanzieller Sicht keine Möglichkeit das EFZ zu absolvieren“, erklärt er.

Auch wenn die NELA oft etwas abwertend „Schnellbleiche“ genannt wird, so wird sie einem doch nicht geschenkt. Der Aufwand sei neben der Arbeit auf dem Betrieb doch erheblich.

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