Pachtzinse

Zu hohe Pachtzinse: Wehren Sie sich

Mit der Revision der Schätzungsanleitung 2018 stiegen die Pachtzinse. Durch die Pachtzinserhöhungen kamen einige Betriebe wirtschaftlich in Bedrängnis.

Die Revision der Anleitung für die Schätzung des landwirtschaftlichen Ertragswertes wurde im vergangenen Jahr in Kraft gesetzt und löste eine Revision der Pachtzinsverordnung aus. Dabei wurde vor allem den steigenden Kosten für die Gebäude Rechnung getragen.

Die letzte Datenauswertung für die Pachtzinsberechnung fand 2003 statt, damals waren viele Pachtobjekte noch nicht mit so viel Technik ausgerüstet, wie es heute der Fall ist. Im Vorfeld der Anpassung der Pachtzinsverordnung haben der Schweizerische Verein zur Förderung des landwirtschaftlichen Grundeigentums (Verpächter) und der Pächterverband festgestellt, dass die Verpachtung eines ganzen Gewerbes als Einheit nicht lukrativ ist. Lohnender ist Verpachtung eines Gewerbes als einzelne Parzellen.

Bis 40 Prozent gestiegen

Viele Verpächter ziehen es vor, die Gebäude im Baurecht abzutreten und ihre Pächter investieren zu lassen. Damit würde vielen motivierten Jungbauern die Möglichkeit verwehrt, via Pacht als eigenständiger Unternehmer in die Landwirtschaft einzusteigen. Aus diesen Gründen stimmten die beiden Verbände einer Pachtzinserhöhung bei den Gewerben zu.

Im Vorfeld schätzte Agriexpert, dass eine Gewerbepacht um 15 bis 40 % steigen werde, für Grundstücke um rund 14 %. Diese Prognosen trafen denn auch ein (Tabelle 1 und 2 im Heft). Bei einem Milchviehbetrieb mit 34 Kühen waren es ganze 35 %, beim Mutter- kuhbetrieb mit 20 Mutterkühen 19  % und beim Betrieb mit kombinierter Milchvieh- und Schweinehaltung über 20  %. Beim reinen Schweinehaltungsbetrieb lag die Schätzung schon rund 15 Jahre zurück, die Gebäude haben stark gealtert, dadurch sank der Pachtzins um 2,3 %.

Die Pachtgewerbe mit Mutterkuh- und Schweinehaltung haben wie beim reinen Milchviehbetrieb je eine Wohnung. Das Pachtgewerbe mit Milchvieh- und Schweinehaltung verfügt über zwei Wohnungen. Neu wird diesem Pächter nur noch eine Wohnung landwirtschaftlich bewertet, für die zweite Wohnung muss er die ortsübliche Marktmiete bezahlen. Diese ist doppelt so hoch (manchmal sogar dreimal höher).

Lesen Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 08/2019 auf Seite 13 weiter ...

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Artikel geschrieben von

Martin Goldenberger

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