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Melamin

Chinas Behörden suchen über 90 Tonnen verseuchtes Milchpulver

Mehr als ein Jahr nach der offiziellen Entwarnung im chinesischen Milchpulverskandal sind immer noch Tonnen des mit Melamin verseuchten Pulvers im Umlauf. Die Behörden suchen noch mehr als 90 Tonnen der verseuchten Milch.

Nach Angaben der staatlichen Zeitung «China Daily» vom Montag  hatte eine Molkerei der nördlichen Provinz Ningxia im vergangenen  Sommer rund 170 Tonnen des zur Zerstörung bestimmten Pulvers  aufgekauft, neu verpackt und an fünf Unternehmen im Norden und Süden  des Landes weiterverkauft. Davon seien erst 72 Tonnen wieder  entdeckt worden.

Unklar war laut dem Bericht, ob die Molkerei die verseuchte Milch  bewusst in Umlauf gebracht hatte: Nach Angaben des örtlichen  Molkereiverbands war das Unternehmen zu klein, um sich teure  Testgeräte leisten zu können.

In jedem Fall aber sei es illegal gewesen, das Pulver in neuer  Verpackung anzubieten. Die Behörden hatten die Molkerei und ein  zweites Unternehmen am Samstag geschlossen.

Nach den Worten des früheren Vize-Vorsitzenden des chinesischen  Molkereiverbands, Wang Huaibao, wirft der neue Skandal ein  schlechtes Licht auf die chinesischen Kontrollbehörden.

«Die Affäre liegt jetzt schon fast anderthalb Jahre zurück, und  immer noch fehlt den Regierungsbehörden das Bewusstsein für den  Lebensmittelschutz», sagte Wang der Nachrichtenagentur AFP.

Schulden bezahlen

Der Skandal um mit Melamin verseuchtes Milchpulver war im  September 2008 bekannt geworden: Damals war die  gesundheitsschädliche Industriechemikalie im grossen Stil der mit  Wasser gestreckten Milch beigemischt worden, um einen höheren  Proteingehalt vorzutäuschen.

Fast 300'000 Babys und Kleinkinder erkrankten, sechs starben.  Nachdem auch im Ausland Melamin-verseuchte Produkte aufgetaucht  waren, startete Peking eine umfangreiche Rückrufaktion: Unzählige  Unternehmen blieben auf Tonnen verseuchten Milchpulvers sitzen, ohne  entschädigt zu werden.

In ihrer Verzweiflung versuchten nun einige von ihnen laut «China  Daily», das Pulver wieder zu verkaufen, um ihre Schulden zu zahlen.


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sda [08.02.2010 15:]
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