SGA-Tagung

Ist der Betrieb familienfreundlich?

«Landwirtschaftliche Familienbetriebe bilden das Rückgrat der Schweizer Landwirtschaft», so leitete Sandra Contzen, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA), die diesjährige SGA-Tagung ein.

Während Familienbetriebe weltweit unterschiedlich aussehen, teilen Sie doch alle folgende Eigenschaften: Sie stellen einen grossen Teil der Arbeitskräfte und der Finanzmittel in Form von Eigenkapital zur Verfügung und besitzen oder pachten Land. Zentral ist dabei die Zusammenarbeit zwischen den Familienmitgliedern und die Generationenfrage.

Betriebswirtschaft greift zu kurz

Aber was macht einen erfolgreichen Familienbetrieb aus? Welche Kriterien sollte man für eine solche Beurteilung heranziehen? Professor Ika Darnhofer aus Österreich hält fest, dass die Konzepte der Betriebswirtschaft zu kurz greifen. In der von der neoklassischen Theorie geleiteten Betriebsökonomie würden die Ist-Situation und Strukturen als gegeben und fixiert angenommen, was dann zu einseitigen Handlungsempfehlungen folgend dem Motto „Wachsen oder Weichen“ führen würde. Wichtiger sei die Betrachtung von Prozessen und der Beziehung zwischen und zu den Dingen. Nicht die Einengung des Blickwinkels, sondern eine dynamische Betrachtung müsse erfolgen, um die aktuellen, aber auch die zukünftigen Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. Die Frage ist nicht, was IST, sondern: «Was willst du?», «Wie willst du Deine Ziele erreichen?» und «Welche Beziehungen sind denkbar für dich»?

Dass Familienbetriebe einen längeren Atem haben als viele andere, würde deren langes Bestehen zeigen, beginnt Martin Würsch vom Bundesamt für Landwirtschaft seine Präsentation. Er ist überzeugt, dass Familienbetriebe eine Zukunft haben. Von grossem Interesse seien die Fragen «Ist der Betrieb familienfreundlich» und «Verlieren wir die Familienfreundlichkeit mit ansteigender Grösse»? Denn, wenn man rationalisiere, dann rationalisiere man unproduktive Zeit weg. Diese brauche es aber, um sich selbst und sein Tun zu reflektieren. Die Familie hat darauf einen positiven Einfluss. Die Agrarpolitik 22+ enthält Massnahmen zur Förderung von Familienbetrieben, jedoch würden laut Würnsch nur wenige der Vorschläge den Vernehmlassungsprozess überstehen. Es müssten gute Rahmenbedingungen gesetzt werden, aber was die Landwirtschaft daraus mache sei Sache der Betriebsleitenden.

Die Schweizerische Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie SGA ist die Kommunikationsplattform von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Bildung und Beratung im Agrar- und Ernährungssektor wie auch im Bereich Regionalentwicklung.

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