Forschung

Jetzt gibt es Echtzeitdaten zur Pollenbelastung

Erstmals in der Schweiz sind Echtzeitdaten zur Pollenbelastung verfügbar. Dies auf der bereits vielfach genutzten Allergiker-App «Ally Science».

Die bereits vielfach genutzte App «Ally Science» bietet Allergiker und Allergikerinnen nebst Informationen zur Pollenbelastung neu auch einen Symptom-Verlaufsreport sowie eine präzisiere Symptomabfrage an. In Biel und Luzern können zudem seit Kurzem Echtzeitdaten zur Pollenkonzentration eingesehen werden. Weitere Regionen sollen folgen.

Die «Ally Science»-App wurde im April 2018 von der Berner Fachhochschule (BFH) und dem Universitätsspital Zürich (USZ) als Kernstück der schweizweit grössten Pollenstudie lanciert. Jetzt hält die App neue Funktionen parat. Die gewichtigste wird durch das Messgerät Poleno der Luzerner Start-up-Firma Swisens ermöglicht. Es erhebt die aktuelle lokale Pollenkonzentration der für allergische Personen relevanten Pollensorten in der Luft. Ein grosser Fortschritt: Die bisher verwendete Messmethode basiert auf manueller Identifikation und Zählung der Pollen. Die Messresultate stehen daher erst nach ein paar Tagen zur Verfügung.

Wie viele und welche Pollen aktuell in der Luft liegen, weist die «Ally Science»-App vorerst für die Städte Biel und Luzern aus, wo je ein Poleno-Gerät installiert wurde. Aufgrund bisheriger Tests ist Swisens-CEO Erny Niederberger zuversichtlich, «dass die Geräte qualitativ sehr gute Echtzeitdaten liefern werden». In der App sind die Daten auf einer Karte ersichtlich. Diese zeigt auch weiterhin, in welchen Regionen die Anwender via App aktuell Symptome dokumentieren. Das geschieht einfach und rasch mit Fingerwisch im App-Allergietagebuch. Zur Präzisierung der Symptomanalyse wird dabei neu festgehalten, ob die Beschwerden im Aussen- oder Innenraum auftreten. Anhand der Karte können Allergiker entscheiden, ob sie präventiv Massnahmen ergreifen wollen.

Ebenfalls neu profitieren die App-Benutzer von einem Symptom-Verlaufsreport, der für die Arztbesprechung als PDF exportiert werden kann. Dazu von einer Verlaufsanzeige übers ganze Jahr. Wer die App bereits 2018 mit Daten gefüttert hat, ersieht auf einer zweiten Kurve den letztjährigen Verlauf. Dies ist sehr wertvoll bei einem allfälligen Arztgespräch gerade auch im Hinblick auf Therapieempfehlungen. Ferner führt ein Link direkt zu den Tipps für Pollenallergiker auf der App der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz.

Für 2020 ist geplant, für weitere Regionen Pollenechtzeitdaten sowie eine individuelle Pollenfrühwarnung anzubieten. Ein weiterer Grund, die «Ally Science»-App ab sofort zu benutzen. Denn je mehr Allergiker ihre Symptome regelmässig erfassen, «desto detailliertere Erkenntnisse können in das Frühwarnsystem einfliessen», sagt Prof. Serge Bignens, Leiter des BFH-Instituts für Medizininformatik.

Die App liefert verschiedene Daten. (Bildquelle: zVg)

«Ally Science» – Pollenstudie mit und zugunsten von Allergikerinnen und Allergikern

Das Schweizer Studienprojekt «Ally Science» stützt sich auf die Mitwirkung von Menschen mit Allergiebeschwerden. Mit der fünfsprachigen «Ally Science»-App können sie ihre Symptome erfassen. Die Daten werden auf der sicheren, teilnehmerbestimmten MIDATA-Plattform gespeichert und anonymisiert in die Pollenstudie einbezogen. Rund 8000 Personen lieferten in der Pollensaison 2018 über 24'000 Symptomeinträge und damit z.B. Infos zur Häufigkeit einzelner Symptome. In der angelaufenen zweiten Projektphase erlaubt der Einbezug von Pollenechtzeitdaten die Analyse von Zusammenhängen zwischen den erfassten Symptomen und den tatsächlich vorhandenen Pollen. Ziel ist es, Pollenfrühwarnsysteme zu entwickeln sowie Beratungen und Therapien zu verbessern.

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