15 junge Menschen testen Fendt-Geräte zur Futterernte

Ein Team von 15 jungen Entdeckern und ein spannendes Landtechnik-Ziel. So lässt sich die LANDfreund-Aktion «Jugend trifft Landtechnik» am besten auf den Punkt bringen. Zum ersten Mal länderübergreifend: Gleichgesinnte junge Erwachsene aus Österreich, Süddeutschland und der Schweiz nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Die Reise ging zu Fendt.

Auf zu Fendt

„Was wir hier erleben dürfen, ist einzigartig. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Geniale Aktion. Abwechslungsreich und super informativ.“ Das sind nur einige Statements der Teilnehmer.

Aber von vorne: Vor einigen Monaten schrieben die Agrarfachmagazine, top agrar Österreich, top agrar Südplus und der LANDfreund den Wettbewerb aus. Er richtete sich an Technikbegeisterte im Alter zwischen 18 und 28 Jahren. In der vergangenen Woche startete das zweitägige Event.

Praxiseinsatz im Feld

Sieben junge Frauen und acht junge Männer stellten sich auf einem anspruchsvollen Parcours mit acht Stationen den technischen Herausforderungen. Verschiedene Traktorenmodelle mit der gesamte Kette der Futtererntetechnik durften im Feld auf einem 12 ha grossen Gelände getestet werden. Dabei mussten sie beispielsweise den Wurmschwader „Fendt Former 1502“ mit einer Arbeitsbreite von 6,30 m durch einem mit Pfählen abgesteckten Kurs manövrieren. Für jeden umgefahrenen Pfahl heimsten die Zweierteams fünf Strafsekunden ein.

Oder es galt den Fendt Vario 312er mit Fingerspitzengefühl auf eine Wippe in eine waagerechte Stellung zu fahren für mindestens drei Sekunden.

Landwirt Matthias Müller, der insgesamt 240 ha auf seinem Betrieb in Aletshofen, Kreis Unterallgäu, bewirtschaftet stellte seine Fläche zur Verfügung. Explizit für diesen Tag, liess er auf einem Teil des Grünlands Gras stehen oder mähte schon einen Teil ab, sodass auch Zettwender und Wurmschwader zum Einsatz kamen. „Das Mähwerk mit 9 m Arbeitsbreite ist bei uns in der Schweiz nicht unbedingt üblich. Deshalb ist es toll, das Mähen mit dem Schmetterling auszuprobieren“, sagte Landmaschinenmechaniker Simon Rüedi, Gewinner der Euroskills im vergangenen Jahr.

Den Twister aus der Vorserie getestet

Beim Twister, also Kreiselzettwender, kam ein Gerät aus der Vorserie zum Einsatz. Dieses wird anfangs Juli auf der internationalen Fendt-Pressekonferenz erst vorgestellt. Die Jugendlichen hatten die Chance, den Twister vorab exklusiv zu testen.

Am Abend prämierte Manja Morawitz, stellvertretende Fendt-Pressesprecherin, die Gewinnerteams auf der Alpe von Alfred Enderle.

Der Bezirkspräsident Schwaben des bayerischen Bauernverbandes, beschrieb in knackigen Worten, was die Bauern und Bäuerinnen im Allgäu umtreibt und stellte seine Alp vor. Tausend Pfähle habe er heuer zum Einzäunen geschlagen. Der harte Winter hinterliess seine Spuren und wie überall bestosst auch er später mit dem Vieh die Weiden. Der Auftrieb sei für die nächsten Tage geplant.

Fendt-CEO Paffen diskutiert zwei Stunden

Ein Highlight nach dem anderen. Die Begegnung mit Fendt-CEO Peter Josef Paffen und die intensive Diskussion, die über zwei Stunden anhielt, war für beide Seiten ein Pluspunkt. „Mich interessieren die jungen Leute und deren Meinung, vor allem auch, dass sie sich mit den Themen kritisch auseinandersetzen,“ resümierte er.

Eine Werksbesichtigung durfte nicht fehlen. Die Präzision begeisterte die Besucher.

Besichtigung von drei Betrieben

Neben all diesen Programmpunkten besuchte die Gruppe drei Milchviehbetriebe, die alle den gleichen Produktionszweig bewirtschaften, jedoch mit ganz unterschiedlichen Philosophien und Strategien.

Hochleistungskühe bei Familie Weber

Daniel Weber aus Görisried bewirtschaftet 54 ha – alles Dauergrünland. Je nach Witterung mäht er seine Flächen vier- bis fünfmal im Jahr. Seine rund 60 Kühe, der Rasse brown swiss, füttert er zweimal am Tag mit Frischgras. Mit einer Milchleistung von 11.139 kg bei 4,37 % Fett und 3,80% Eweiss. Er schwört auf seine eigene „Weber-Mischung“, die aus 4 % Rapsschrot, 13 % Gerste, 5 % Hafer , 42 % Mais, 10 % Melasseschnitzel, 5 % Corngluten, 4 % Melasse, 5 % Soja und 10 % Coverap (geschütztes Eiweiss auf Rapsbasis) sowie 2 % Mineralfutter besteht.

Öffentlichkeitsarbeit ist cool

Franz Kinker auf Rosshaupten bewirtschaftet knapp 40 ha - seit 25 Jahren ökologisch. Die fünf Ferienwohnungen sind ein wichtiges Standbein auf dem Familienbetrieb. Auf einen Futtermischwagen könne er verzichten, denn das Futter verteilen und ranschieben erledigen die Feriengäste. Bauer Franz liegt die Öffentlichkeitsarbeit und das Image der Branche am Herzen. Er vermietet Filmkühe, hat ein Buch veröffentlicht „Bauer Franz, Glücksgefühle to roll on“, nahm an der Serie „Strengste Eltern der Welt“ teil und richtet gerade eine Kälberschmusearena ein. Posts bei Facebook, Instagram und seinen eigenen Videokanal zu bestücken, gehören zu seinen täglichen Arbeiten.

Alles auf einem Gelände - Bauernhof, Käserei, Hotel und Restaurant

Die Braunviehzucht ist bei Familie Babel eine Leidenschaft. Aber nicht nur das, denn die Milch von den 65 Kühen, wird in der betriebseigenen Käserei verarbeitet und vermarktet. Seit zehn Jahren arbeitet die Familie mit einem Melkroboter und seit drei Jahren mit einem Roboter mit Doppelbox. Die Fütterung ist silagefrei. Auf der einen Seite des Stalles werden die Kühe mit Heu oder frisches Gras gefüttert und auf der anderen Seite wird über ein Förderband von einem stationären Mischwagen eine Mischung aus Heu und Getreide gefüttert.

Das gesamte Jungvieh verbringt die Sommermonate auf drei verschiedenen Alpen in über 2000 m ü. M.

Neben der Landwirtschaft und der Käserei, gibt es Gastronomie und einen Hotelbetrieb.

Die Betriebszweige teilen sich die Eltern mit den drei Söhnen auf.

Der Familie sind geschlossene Betriebskreisläufe wichtig. Fast alles, was auf dem Gelände produziert wird, wird vor Ort verarbeitet und konsumiert.

Seit drei Jahren halten die Babels ein paar Schweine auf Stroh. „So können wir nun die in der Käserei abfallende Molke verfüttern und produzieren unser eigenes Schweinefleisch, das wir wiederum unseren Gästen im Restaurant präsentieren“.

Claas präsentiert völlig neu entwickelte Lexion-Mähdrescher

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Kirsten Müller

Redaktionsleitung

Schreiben Sie Kirsten Müller eine Nachricht