Ackerbau

"AgriGenève" legt vor

Im Kanton Genf bewirtschaften die Bauern rund 15 % ihrer offenen Ackerfläche pfluglos. Nicolas Courtois und Bernhard Streit erklären, worauf es ankommt.

So wenig wie möglich den Boden bewegen, ihn permanent bedecken und Artenvielfalt durch eine optimierte Fruchtfolge – das ist das Credo der Anhänger von konservierenden Anbausystemen. Vor neun Jahren stieg die Landwirtschaft im Kanton Genf auf dieses System ein. Bis heute werden von den 6000 ha LN offener Ackerfläche rund 800 ha permanent nach den oben genannten Grundsätzen bewirtschaftet, dazu kommen jährlich wechselnd rund 200 ha dazu.

Warum diese Bauern, die vorwiegend viehlos wirtschaften, auf dieses System umgestiegen sind, erklärt der Berater der Genfer Landwirtschaftskammer AgriGenève, Nicolas Courtois: «Tiefere Kosten, weniger Probleme mit Unkräutern, Zeitgewinn durch Arbeitseffizienz sowie Verbesserung des Bodens und damit einen ökologischer Gewinn.»

Der Erfolg stellte sich nicht unmittelbar ein. Vielmehr setzte man auf Versuch-Irrtum und lernte im Laufe der Jahre viel dazu. Erfahren Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 03/2019 mehr zum Thema.

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Von Pionieren und Junglandwirten

1995 wurde die Interessengemeinschaft IG No-Till Direktsaat von einer kleinen Gruppe von Landwirten und Lohnunternehmungen gegründet. No-Till bedeutet auch längst nicht «ohne Pflug», vielmehr steht der Verein für eine bodenschonende Landwirtschaft, verknüpft mit permanenter Bodenbedeckung und Zwischenfruchtanbau. Heute wird mehr und mehr auch der Ausdruck regenerative Landwirtschaft dafür verwendet. «In ein oder zwei Generationen wird es gar nicht anders mehr möglich sein, als nach den Prinzipen der regenerative Landwirtschaft zu wirtschaften», ist Swiss-No-Till-Vorstandsmitglied Wolfgang Sturny überzeugt. Nächstes Jahr feiert der Verein im Rahmen eines Weltkongresses sein 25-jähriges Bestehen. Von den Pionieren sind noch viele dabei, aber auch immer mehr Junglandwirte interessieren sich für das Thema. Für sie organisiert Bernhard Streit an der HAFL einen sechstägigen Kurs «Konservierende Anbausysteme konkret». Dabei handelt es sich um eine Anleitung, wie man Verzicht auf Bodenbearbeitung, permanente Bodenbedeckung und diverse Fruchtfolgen erfolgreich kombinieren kann.

Der Kurs startet im Herbst 2019. Anmeldungen sind ab sofort möglich, www.hafl.bfh.ch.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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