Mitgliederversammlung

«Kein Tag ohne Kartoffeln»

Grosse Ziele setzt sich die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten zusammen mit der Branchenorganisation Swisspatat. Bis im Jahr 2030 will man den Pro-Kopf-Kartoffelkonsum von heute 45 auf 60 kg steigern.

Das Wetter ist für die Bauern immer ein wichtiges Thema. So war es auch an der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Schweizerischen Kartoffelproduzenten (VSKP). «Das Hoch Erika bringt zurzeit viel Sonne und warme Temperaturen», vermerkte Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten, in seiner Begrüssung. Erika ist aber auch eine bedeutende Kartoffelsorte. Nun zeigt sich in den Kartoffellagern nicht nur bei Erika, sondern bei allen Speise-, Industrie- und Pflanzkartoffeln wie sich die hohen Bodentemperaturen von 2018 auf die Qualität auswirken. Aktuell präsentieren sich die Kartoffeln jedoch im guten Zustand. Für die kommende Kartoffelsaison hofft Fischer auf Regen, denn vielerorts sind nach dem vergangenen Hitzesommer die Wasserspeicher noch nicht aufgefüllt.

An die Abnehmer richtete Fischer einen Appell, so müssen die Zahlungsmodalitäten nach Ablieferung der Kartoffeln im Herbst besser werden. Nichtdestotrotz lobte Ruedi Fischer die Zusammenarbeit in der Branchenorganisation Swisspatat. Diskutiert werden in der Branche Preisbildungsmodelle und ein neues Marketingkonzept. Der Kartoffelkonsum der Schweizer Bevölkerung will man steigern – nach dem Motto «Kein Tag ohne Kartoffel. «Unsere Vision ist, dass bis in Jahr 2030 die Schweizer Bevölkerung pro Kopf 60 kg Kartoffeln pro Jahr verzehrt», sagte Fischer. Der heutige Pro-Kopf-Konsum liegt bei rund 45 kg.

Änderungen gab es im Vorstand des VSKP: Markus Stooss aus Wileroltingen und Ulrich Kilchhofer aus Ins verlassen nach zwölf Jahren den Vorstand. Ihren Platz nehmen Martin Uhlmann aus Seedorf (BE) und Hanspeter Brunnen aus Kappelen (BE) ein.

Neben der Interessenvertretung nimmt der VSKP auch Verantwortung gegenüber der ganzen Branche wahr und engagiert sich in der Gegenkampagne zu den Pflanzenschutzinitiativen. Nächstens steht die Stellungnahme zur AP 22+ an. Konsterniert nahm Fischer dabei zur Kenntnis, dass die Versteigerung von Importkontingenten auch in die AP 22+ aufgenommen wurde, dies obwohl ihm in einem Gespräch mit dem Bundesamt für Landwirtschaft das Gegenteil zugesichert worden war. Der VSKP setzt sich zudem gegen weitere Grenzöffnungen zu Wehr.

Gastreferent Mathias Binswanger wies darauf hin, dass in der AP 22+ der Grenzschutz infrage gestellt werde. Der Nutzen von Zöllen für die Landwirtschaft werde kleingeredet, während die Vorteile von Handelsabkommen gross dargestellt würden, sagte er. Nur durch mehr Marktmacht, mehr Differenzierung, mehr Qualität und Direktverkauf könne der Landwirt an der Wertschöpfung partizipieren.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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