Hecken

Wertvolle Hecken – vielseitig und schön

Hecken leisten einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Kulturlandes. Gut geplant sind sie noch dazu ein echtes Bijou.

Egal in welcher Jahreszeit man sich befindet, eine artenreiche Hecke ist ein Blickfang, ein vielseitiger Lebensraum und natürliches Strukturelement. Hecken wachsen ohne menschliche Eingriffe an Gräben, Waldrändern oder auf alten Eigentumsgrenzen. Will man den Lebhag nicht dem Zufall überlassen, sollte man sich im Vorfeld einige Gedanken machen, denn sind die Pflanzen einmal in der Erde, werden diese viele Jahrzehnte dort stehen bleiben.

Gründe gibt es viele

Eine vitale Hecke kann Wind bremsen und den Boden wirksam vor Erosion schützen, sie lockt Nützlinge an, welche Schädlinge zurückdrängen, sie markiert Grenzen oder kann eine Verbindung sein. Eine vielseitige Hecke ernährt Insekten und Vögel, und auch wir Menschen finden Essbares. Das Strauchwerk braucht Platz. Zu Beginn sind die Setzlinge noch klein, und sie brauchen Zeit zum Anwachsen. Je nach Standort kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis die Pflanzenreihe richtig «angekommen» ist. Darum ist die Standortwahl wichtig. Die Hecke soll keine Konkurrenz zur Nachbarschaft werden, sondern eine Bereicherung. Deshalb sollte sie genügend Platz bekommen und den Nachbarn genügend Licht und Raum zu lassen.

Ist der passende Standort gefunden, dann geht es an die Pflanzenauswahl. Einheimische Gehölze und Sträucher sind vorzuziehen, denn diese Flora ist perfekt an unsere Umweltbedingungen angepasst. Je nachdem ob der Betrieb in der Bergzone 3 oder im Talgebiet liegt, braucht es robuste oder anspruchslose Pflanzen. Auch diese Überlegung ist mit einzubeziehen.Forstbaumschulen bieten Heckensortimente an, welche bereits die richtige Mischung an Bäumen, halbhohen Sträuchern und niedrigen Büschen enthalten.

Warmer Boden ist wichtig

Hat man sich für den Standort und die passende Mischung entschieden, sollte man sich gut auf den Tag der Pflanzung vorbereiten, denn sind die wurzelnackten Pflanzen angekommen, sollten sie innerhalb von zwei Tagen in den Boden. Die beste Pflanzzeit ist der Frühling, wenn die Sonne noch nicht sehr stark ist, oder der Herbst, wenn der Boden noch warm ist.

Vor dem Pflanzen kürzt man die Wurzeln etwas ein, ebenso den oberirdischen Teil der Pflanzen. Mit feiner Erde und Wasser wird eine Schlammsuppe angerührt, in welche die Wurzeln direkt vor dem Pflanzen getunkt werden. Die Wurzeln sind auf diese Art gut ummantelt und haben direkten Zugang zu Nährstoffen.

Das Pflanzloch sollte genügend gross sein, damit die jungen Wurzeltriebe den lockeren Boden leicht durchwachsen können. Zusätzlich sollte man beim Setzen darauf achten, dass die Pflanzen senkrecht stehen und der Boden leicht angedrückt wird. Bestenfalls pflanzt man an einem bedeckten Tag, damit die jungen Pflanzen keinen Hitzestress bekommen. Ist kein Regen in Sicht, sollten die Sträucher unbedingt angegossen werden.

Wildschäden vermeiden

Eine junge Hecke lockt mit ihren feinen Blättern auch Wild an. Fegeschäden können die neue Hecke stark unter Druck setzen. Junge Bäume sollten daher mit einer modernen Wuchshülle geschützt werden. Bei hohem Wilddruck kann die Wildhut auch chemische Mittel gegen Verbiss abgeben. Im ersten Jahr braucht die Hecke ihre ganze Energie, um anzuwachsen, und erst im zweiten Jahr nimmt sie langsam Platz ein, blüht kräftiger und produziert Früchte. Der Herbst ist die Zeit der Ernte, und endlich dürfen wir uns bedienen. Aus den Hagebutten der verblühten Rosen kann man köstliche Konfitüre machen, welche reich an Vitamin C ist. Ebenso
kann man aus den Früchten des Schwarzen Holunders Sirup oder Gelee einkochen, um sich im Winter mit zusätzlichen Vitaminen zu versorgen.

Rückschnitt fördert Vielfalt

Wenn die Temperaturen unter 0 °C sinken, die Blätter und Früchte abgefallen sind und die arbeitsintensive Zeit im Betrieb hinter einem liegt, ist der perfekte Zeitpunkt für einen
Heckenrückschnitt gekommen. Damit die Hecke dicht und vielseitig bleibt, sollte sie regelmässig zurückgeschnitten werden. Abgeschnittene Äste kann man auf mehrere Haufen stapeln und diese in der Hecke als Strukturelemente belassen. Vielleicht freut sich der Igel oder eine Wieselfamilie über ein neues Zuhause!

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Viele Arten – grosser Nutzen

In einer guten Heckenmischung finden sich diverse Bäume und Sträucher, welche unterschiedliche positive Eigenschaften mitbringen. Erlen, Wildkirschen und Birken spenden Schatten, bieten Aussichtspunkte für Greifvögel und produzieren viel Laub für den Humusaufbau. Dornige Pflanzen wie die Heckenrose oder der Schwarzdorn bieten kleinen Vögeln sichere Nistplätze. Die Früchte der einheimischen Vogelbeere werden von 63 Vogelarten gefressen, und die Blüten des Ligusters sind eine ergiebige Honigbienenweide.

Schneidet man die Äste vom Kreuzdorn und hängt diese im Kälberstall auf, sollen sie wirksam gegen Kälberflechte sein.

Lassen Sie sich gut beraten bei der Auswahl. Allenfalls sollen es einheimische Sträucher sein. (Bildquelle: Thomas Alföldi, Fibl)

Wie der Bund unterstützt

Die Hecke kann als Biodiversitätsförderfläche (BFF) angerechnet werden, wenn folgende Bedingungen umgesetzt werden (Code 852)

BFF mit Qualität 1

Gehölze: keine Düngung, keine Pflanzenschutzmittel, sachgerechte Pflege nur während der Vegetationsruhe, mind. alle acht Jahre, abschnittsweise und maximal auf einem Drittel der Fläche

Krautsaum:

beidseitig der bestockten Fläche je 3 bis 6 m, Auflagen für den Pufferstreifen gelten auch für den Krautsaum, Schnitt mind. alle

drei Jahre, Abführen des Schnittgutes obligatorisch, Mulchen verboten,

1. Schnitt und Herbstweide wie extensiv genutzte Wiese. In Weiden: Weidenutzung erlaubt, frühester Weidetermin wie frühester Schnitttermin extensiv genutzte Wiesen

beidseitig der bestockten Fläche je 3 bis 6 m, Auflagen für den Pufferstreifen gelten auch für den Krautsaum, Schnitt mind. alle

drei Jahre, Abführen des Schnittgutes obligatorisch, Mulchen verboten,

1. Schnitt und Herbstweide wie extensiv genutzte Wiese. In Weiden: Weidenutzung erlaubt, frühester Weidetermin wie frühester Schnitttermin extensiv genutzte Wiesen

BFF mit Qualität 2

Gehölze: Breite der Gehölze ohne Krautsaum beträgt mind. 2 m. Strauch- und Baumarten einheimisch, mind. fünf verschiedene Strauch- und Baumarten pro 10 m, mind. 20 % der Strauchschicht dorntragende Sträucher oder pro 30 m mind. ein landschaftstypischer Baum (Umfang auf 1,5 m Höhe mind. 170 cm)

Krautsaum:

maximal zwei Nutzungen pro Jahr, erste Nutzung des Krautsaums wie extensiv genutzte Wiese, zweite Nutzung frühestens

sechs Wochen nach der ersten, Einsatz von Mähaufbereitern verboten

Beitrag Qualitätsstufe 1:

2160 CHF/ha

Beitrag Qualitätsstufe 2:

2840 CH/ha

Vernetzungsbeitrag 1000 CHF/ha (Dauer acht Jahre)

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Artikel geschrieben von

Monika Gerlach

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