Rind

Festliegende Kühe: Wie richtig reagieren?

Um das Abkalben treten die meisten Fälle von festliegenden Kühen auf. Die Ursachen sind vielfältig. Andreas Raemy gibt Tipps, wie Sie am besten vorbeugen und therapieren.

Wir wissen mittlerweile, dass es viele Gründe gibt, wieso eine Kuh festliegt. Abgesehen vom herkömmlichen Milchfieber können Unfälle wie das «Vergritten», schwere Euterentzündungen vor allem aufgrund einer E-Coli-Infektion und Erkrankungen des Verdauungsapparates wie zum Beispiel einer rechtsseitigen Labmagenverlagerung eine Kuh zum Festliegen zwingen. Deshalb muss eine festliegende Kuh immer zuerst komplett untersucht werden, um eine erfolgreiche Therapie einzuleiten.

Dieser Text befasst sich vor allem mit dem Milch- oder Kalbefieber. Diese Stoffwechselerkrankung ist weltweit seit vielen Jahren ein Problem und stellt die Landwirte immer wieder vor besondere Herausforderungen, da die Pflege solcher Tiere mitunter viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Vorbeugung und Therapie solcher Tiere hat sich jedoch massiv verbessert, und somit sind Verluste zum Glück eine Seltenheit geworden.

Warum liegt eine Kuh fest?

Der grösste Teil des Kalziums, welches im Körper einer Kuh steckt, ist in den Knochen gelagert. Eine 600 kg schwere Kuh hat ungefähr 3 g Kalzium im Blut. Diese Menge muss der Körper täglich trotz Mehrverbrauch aufrechterhalten. Jeder Muskel und Nerv sowie auch verschiedene Stoffwechselvorgänge des Körpers benötigen Kalzium. Ebenso verbrauchen das starke Wachstum des Kalbes im letzten Trächtigkeitsdrittel und natürlich auch die Milchproduktion eine grosse Menge. Pro Liter Milch wird bis zu 1 g Kalzium benötigt.

Die Kuh kann jedoch bei einer kalziumreichen Fütterung in der Galtzeit den niedrigeren Bedarf relativ einfach decken. Beginnt dann jedoch die Milchproduktion, wird innerhalb von wenigen Tagen plötzlich viel mehr Kalzium benötigt. Diese Menge kann nicht mehr ausschliesslich durch das Futter abgedeckt werden. Hier wird das Parathormon (PTH), ein Nebenschilddrüsenhormon, produziert. Dieses bewirkt, dass vermehrt Kalzium aus den Knochen abgebaut und mithilfe von Vitamin D3 das vorhandene Kalzium im Darm besser aufgenommen wird sowie weniger Kalzium über die Nieren und somit den Urin verloren geht.

Diese Vorgänge sind jedoch etwas träge, das heisst es dauert einige wenige Tage, bis diese Umstellung perfekt funktioniert. Dies ist auch der Grund, dass man bei fast allen Kühen direkt nach der Geburt einen niedrigen Kalziumspiegel im Blut messen kann. Fällt dieser Wert jedoch zu stark, kommt es zu den bekannten Symptomen wie Fressunlust, tieferer Körpertemperatur, Wehenschwäche und daraus folgend zu Geburtsproblemen, Muskelschwäche und sogar zum Herzstillstand.

Und wie beugen Sie als Landwirt einer solchen Situation vor?

Und wie pflegen Sie im Notfall die betroffenen Tiere?

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Artikel geschrieben von

Andreas Raemy

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