Milchvieh

Und wann melken Sie 45 Kilo pro Kuh?

Woran feilen die Milchprofis aus den USA und den Niederlanden? Wir haben für Sie die wichtigsten Praktikerfragen des Dairy Events in Deutschland zusammengefasst.

Zukaufsfuttermittel wie Rapsschrot oder Biertreber weisen oft recht schwankende Qualitäten auf. Wie erzielt man trotzdem Kontinuität in der Ration?

King Hickman: Meine Beratungsbetriebe bestimmen von jeder Futtermittellieferung sofort die Trockenmasse und begrenzen deren Einsatz auf maximal 1 kg TM pro Kuh und Tag. Bewährt hat sich auch, allein mit den Zukaufsfuttermitteln eine gut durchmischte Ration als Vorrat anzulegen.

Wie hoch ist der Grundfutteranteil in Rationen für 45 kg Milch pro Tag, und welche Rolle spielt dabei Shredlage?

Hickman: Der Anteil an Grundfutter beträgt bei uns mindestens 50 %, abhängig von der Verdaulichkeit der Luzerne-Shredlage. 90 % unserer Betriebe schwören darauf. Das Hauptargument dafür ist die deutlich bessere Kornzerkleinerung. Zurzeit häckseln wir sie auf 24 mm, früher waren es 26 mm.

Sollte man bei Kühen mit 45 kg Milch am Tag die Wartezeit verlängern?

Hickman: Unsere Herden zeigen, dass auch bei solchen Leistungen eine freiwillige Wartezeit von 70 Tagen reicht. Da machen wir keine Kompromisse.

Wie werden Tiere mit solch hohen Leistungen trockengestellt?

Hickman: Das ist in der Tat eine He­rausforderung. Viele setzen antibiotische Trockensteller, gefolgt von einem internen und einem externen Zitzenversiegler ein. Entscheidend dabei ist, dass man hygienisch arbeitet und die Tiere in einem sauberen Trockensteherstall stehen. Dass mal Milch läuft, kommt vor. Umso wichtiger ist die tägliche Beobachtung dieser Tiere.

Wie viel Leistungsgruppen empfehlen Sie bei Hochleistungsherden?

Hickman: Wir haben zwar Betriebe, die mit einer Ration auskommen. Aber in der Regel erreichen wir hohe Leistungen nur, wenn wir die Kühe entsprechend ihrern Ansprüchen im jeweiligen Laktationsstadium füttern. Ich empfehle daher Gruppen für die
Frischmelker, die Früh- und die Hochlaktierenden. Eine niedrigleistende Gruppe sollte es nicht geben!

Wie verhindern Sie, dass die Kühe das Futter selektieren?

Hickman: Alle Bestandteile der Ration sollten maximal 5 cm lang sein. Wer das Futter alle zwei Stunden nachschiebt, erschwert es den Kühen zusätzlich zu selektieren. Manche Betriebe mischen Melasse ein, damit die feinen Bestandteile besser kleben. Unsere TMR berechnen wir auf einen TS-Gehalt von 42 bis 47 %. Wer sie anfeuchten will, sollte das Wasser erst zum Schluss zufügen und dann 3 bis 4 min lang mischen. Das macht weniger Arbeit. Bedenken Sie aber, dass Sie damit die Wiederkautätigkeit der Tiere senken und die Gefahr von Acidosen steigern.

Lesen Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 08/2019 auf Seite 38 weiter.

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Artikel geschrieben von

Silvia Lehnert

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