Pflanzenbau

Aktionsplan Pflanzenschutz mit über 50 Massnahmen

Aktionsplan PSM
Gestern verabschiedete der Bundesrat den Aktionsplan Pflanzenschutz. Das BLW und das BAFU informierten anschliessend über Ziele und Massnahmen.

Mit der Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz will der Bund die heutigen Risiken von Pflanzenschutzmitteln (PSM) halbieren. Dafür definierte das BLW über 50 Massnahmen. Neue Förderbeiträge im Rahmen des Aktionsplans werden im Rahmen des bestehenden Direktzahlungsbudgets ausbezahlt, dafür stehen keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung.

 
Der Schweizer Bauernverband (SBV) begrüsst den Aktionsplan Pflanzenschutz. Enttäuscht zeigt er sich einzig darüber, dass man sich nur auf die Landwirtschaft fokussiere. Auch die Bauindustrie, die Bahn, die öffentliche Hand und private Gartenbesitzer würden beträchtliche Mengen Pflanzenschutzmittel einsetzen.
Gänzlich unzufrieden ist die Bio Suisse. Die geplanten Massnahmen im Bereich Pflanzenschutz seien ohne jede Ambition, kritisieren sie. Zusätzliche Beiträge gäbe es für konventionell produzierende Bauern, während Bio-Bauern leer ausgehen würden, schreibt Bio Suisse in ihrer Medienmitteilung.
Der Schweizer Obstverband steht hinter dem Aktionsplan. Bedauerlich sei einzig, dass der Nutzen von PSM nicht stärker hervorgehoben werde. «Einseitig ist nur von den Risiken die Rede», erklärte Georg Bregy. Im Aktionsplan wird auch ein Umdenken des Handels sowie der Konsumenten bezüglich Qualität und Sortenwahl gefordert. Das könne dazu beitragen, PSM-Anwendung zu reduzieren. Bregy meint dazu: «Das ist gut gemeint. Wir haben aber schon in der Vernehmlassung darauf hingewiesen, dass das angesprochene Umdenken nicht realistisch ist».
 
Thomas Wyssa, Gemüseproduzent aus Galmiz und Vorstandsmitglied des Gemüseproduzentenverbands, bestätigt, dass die Ziele im Aktionsplan PSM sehr ehrgeizig seien. Es werde einige Anstrengungen bedürfen, um sie zu erreichen. Auch vermerkt er, dass einige Massnahmen, zum Beispiel der Anwenderschutz, schon mit Swissgap geregelt sei. Doppelspurigkeiten gäbe auch im Bereich PSM-Mehrfachrückstände. Das BLV wolle ein Modell zur Risikobewertung aufbauen, obwohl ein entsprechendes Rückstands-Monitoring bereits bestehe. Problematisch sei auch die Zulassungs- und Bewilligungspraxis, die nicht immer dem nach Witterungsbedingungen auftretendem Schädlingsbefall entsprechen.
 
Zum Massnahmen-Set des Aktionsplans gehören zum Beispiel Beiträge für den Erwerb von kontinuierlichen Innenreinigungssystemen für Spritzgeräte. Allerdings wird nach Ablauf der Förderung der Einsatz solcher Innenreinigungssysteme für Spritzgeräte im ÖLN obligatorisch. Zudem will man weiterhin die Anschaffung von emissionsarmen Spritzgeräte fördern.
Auch will man ab 2020 der Verzicht oder Teilverzicht von Herbiziden mit Direktzahlungen fördern.
Allenfalls müssen die Bauern die Pufferstreifen verbreiten, wenn das Abschwemmungsrisiko von Erde und Wasser aus behandelten Flächen zu gross ist. Eventuell gilt es dann auch weitere Massnahmen zu treffen, wie zum Beispiel durch Begrünungen von Fahrgassen oder zwischen den Reihen.
Geprüft wird zudem, ob man weitere Kulturen im Rahmen des Extenso-Programms unterstützen will.
Jede Person, welche beruflich oder gewerblich PSM verwendet, muss über eine Fachbewilligung verfügen. Das ist heute schon so. Neu ist, dass diese Bewilligung auf 5 Jahre befristet ist. Dann braucht es zur Verlängerung eine obligatorische Weiterbildung.
 
Keinen Eingang in den Aktionsplan Pflanzenschutz fanden eine sogenannte PSM-Lenkungsabgabe und eine Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für PSM. Ganz vom Tisch ist die Lenkungsabgabe aber nicht, wie BLW-Direktor Bernard Lehmann sagte, im Rahmen der AP 22+ wolle man diesen Vorschlag noch weiterverfolgen.

Schlagworte

PSM, Pflanzenschutz, Aktionsplan, Massnahmen, Rahmen, Aktionsplans, BLW, Suisse, Schweizer, Risiken

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