Landleben

«Es braucht auch Bauernseelsorge»

Gratulanten Sorgentelefon
Sepp Zurfluh, BLW-Direktor Bernard Lehmann, Jörg Haberstock (Synodalrat), SBV-Vizepräsident Fritz Glauser und SBLV-Präsidentin Christine Bühler würdigten das aufbauende und zuverlässige Wirken des Sorgentelefons. Hinter den Gratulanten steht Lukas Schwyn aus Signau, Präsident des bäuerlichen Sorgentelefons.

Das bäuerliche Sorgentelefon feierte auf dem Biohof Zaugg in Iffwil (BE) sein 20-jähriges Bestehen.

In den USA entstanden in den 80er Jahren spezielle Sorgentelefone und landwirtschaftliche Familienberatungsstellen für Farmer. In den 90er Jahren begann sich die Idee in Europa zu verbreiten. 1997 gründeten die Trägerorganisationen Agridea, Srakla, der katholische Bäuerinnenverband und die katholische Bauernvereinigung auch ein Sorgentelefon in der Schweiz.
Bedient wurde das Sorgentelefon von Beginn weg von Bäuerinnen und Bauern, die ehrenamtlich ihren Dienst taten. Über das Telefon, quasi über den Äther hinweg, bildeten sie ein Auffangnetz für alle Sorgen und Nöte. Niemand brauchte dabei am Telefon seinen Namen zu sagen. Das macht ein Team von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis heute. Sie sind an eine Schweigepflicht gebunden und hören mit Respekt und Mitgefühl zu. Sie suchen die richtigen Worte, und sind für die Anrufenden glaubwürdig, weil sie selber in der Landwirtschaft tätig sind. Sie können dank regelmässiger Weiterbildung mit der Verzweiflung, Ausweglosigkeit und manchmal auch Wut am Telefon ohne Aufregung umgehen. Am häufigsten führen familiäre Verstrickungen und gesundheitliche Sorgen zu einem Anruf. Auch Klagen über finanzielle und betriebliche Schwierigkeiten, über die Agrarpolitik und die steigende Bürokratie gehören dazu.
Lukas Schwyn, Präsident des bäuerlichen Sorgentelefons, sprach vom «Effizienzdogma» in der heutigen Zeit, das weder vor der Landwirtschaft noch vor dem Privaten Halt mache. Es gäbe zwar unzählige Beratungsstellen, dennoch sei er überzeugt, dass es in Zukunft weiterhin ein bäuerliches Sorgentelefon brauche, zudem auch eine Bauernseelsorge, wie sie der Kanton Waadt aufgebaut habe. Diesem Anliegen schloss sich auch Fritz Glauser, Vizepräsident des Schweizer Bauernverbands, an. 
Neben Fritz Glauser würdigten auch Christine Bühler vom Bäuerinnen- und Landfrauenverband sowie Bernard Lehmann vom Bundesamt für Landwirtschaft dieses bäuerliche Selbsthilfeprojekt. Zu den rund 60 Gästen gehörten zahlreiche Vertreter von kantonalen Landfrauen- und Bauernverbänden, von Beratungsstellen und der OGG. Sie genossen nicht nur die Verpflegung auf dem Biohof Zaugg, sondern auch eine Aufführung des Hoftheaters, welches noch bis Ende September auf Bauernhöfen tourt. Gesponsert wurde der Anlass von der Biosuisse, dem Bundesamt für Landwirtschaft sowie vom Migros Kulturprozent.

Das bäuerliche Sorgentelefon mit der Nummer 041 820 02 15 ist am Montagvormittag und Donnerstagabend bedient. Und auch auf der Website www.baeuerliches-sorgentelefon.ch finden sich hilfreiche Informationen.

Schlagworte

Sorgentelefon, bäuerliche, katholische, Landwirtschaft, Bedient, Bauernseelsorge, Zaugg, Biohof, Bäuerinnen, Bundesamt

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