Versuchsergebnisse

Abluftwäscher: Saubere Luft, die viel kostet

Drei Abluftreinigungsanlagen hat die HBLFA Raumberg-Gumpenstein auf ihre Praxis- und Wirtschaftstauglichkeit untersucht. Die Systeme reinigen die Stallluft auf unterschiedliche Weise von Ammoniak, Geruch und Staub. Das ist aber mit hohen Kosten verbunden.

In der Schweinehaltung lässt sich an unterschiedlichen „Schrauben drehen“, wenn es um die Reduktion von Ammoniak geht. Zielführend sind beispielsweise eine eiweißangepasste Fütterung sowie die Verwendung von Futtermittelzusatzstoffen, die nachgewiesenermaßen zu einer geringeren Ammoniakfreisetzung führen.

Drei Anlagen im Test

Eine weitere, bis dato in Österreich kaum in Verwendung stehende, Möglichkeit Ammoniakemissionen zu reduzieren, ist die Verwendung von Abluftreinigungstechnologien. Bevor jedoch ein breiterer Einsatz derartiger Anlagen in der heimischen Landwirtschaft angedacht ist, ist es zielführend, am Markt befindliche Technologien auf ihre Praxistauglichkeit für die österreichische Betriebsstruktur zu untersuchen.

Eignen sich die untersuchten Anlagen zur Nachrüstung an bestehenden Stallungen, mit welchem Abscheidegrad für Ammoniak und Geruch ist zu rechnen, ab welchen Bestandsgrößen ist ein Einsatz sinnvoll, wie hoch sind die Investitionskosten und die laufenden Kosten für Betrieb und Serviceaufwand der untersuchten Technologien?

Der Klärung dieser und weiterer fachspezifischer Fragen widmete sich die HBLFA Raumberg-Gumpenstein im Rahmen des Pilotprojekt Versuchstall Abluftwäscher für Mastschweineställe (Akronym PigAir), im Auftrag des Amtes der Stmk. Landesregierung.

Zwei Jahre lang haben die Forscher im Rahmen dieses Projekts drei Abluftreinigungsanlagen untersucht:

  • Kombinierter Chemowäscher plus Biostufe (Firma Reventa)
  • Rieselbettfilter (Firma Schönhammer)
  • Biofilter (Firma Hagola)

Alle Abluftreinigungsanagen können nachträglich und mit geringem Aufwand in bereits bestehende Stallungen integriert werden. Bevorzugt wurden im Projekt Systeme, die seitlich an den Außenwänden anzubauen sind. Die gesteten drei Abluftreinigungstechnologien sind betriebsindividuell in Größe (der Abteile) und Leistungsvermögen (Luftdurchsatz) adaptierbar.

Nähere Informationen zu den Anlagen lesen Sie in der top agrar Österreich-Ausgabe 12/2020 ab Seite 46.

Geruchabscheidung beginnt erst nach vier bis acht Wochen

Zu beachten ist, dass die Reduktion des schweinetypischen Geruchs nur mittels biologischer Reinigung möglich ist. Je nach Gerätetyp kommen dafür unterschiedliche Trägermaterialien (Zellulosepads, Kunststoff, Hackschnitzel) zum Einsatz. Auf diesen siedeln sich in Folge des Durchtritts von Stallabluft Mikroorganismen an. Diese spalten im Rahmen ihrer Stoffwechselaktivitäten Geruchsmoleküle auf.

Bevor aber ein gewisses Maß an Geruchsabscheidung möglich ist, muss sich eine Bakteriengemeinschaft auf dem Trägermaterial bilden. Und dieser Aufbau der geruchsmindernden Mikroben nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch. Mit einem Zeitraum zwischen vier und acht Wochen ist hier, bei Erstinbetriebnahme, jedenfalls zu rechnen.

Die Untersuchungen fanden jeweils an Abteilen für 138 Mastschweine statt. Die Tiere werden konventionell, auf Vollspaltenböden mit darunterliegendem Güllekeller, gehalten. Pro Abteil stehen jeweils sechs Buchten, zu je 23 Tierplätzen, zur Verfügung.

Jetzt wurden die Ergebnisse im Mittel dreier Mastdurchgänge veröffentlicht. Im Schnitt der getesteten Anlagen wird

  • Ammoniak zwischen 81 bis 93 % und
  • Geruch zwischen 80 bis 89 % abgeschieden.

Kosten sinken mit steigenden Tierzahlen

Die Kosten für die Installation und den laufenden Praxisbetrieb der betrachteten Anlagen betragen, hochgerechnet für 550 Tierplätze, zwischen 24 und 29 € pro...