Betriebsleitung

"Bei der Lohnmast endet die Freiheit"

Die Wiesenmilch mit dem IP-Suisse-Käferlogo wird mit Mehrpreis verkauft.
Die Wiesenmilch mit dem IP-Suisse-Käferlogo wird mit Mehrpreis verkauft.

Ja zu einer starken Schweizer Landwirtschaft, ja zur Forschung, ja zum Dialog – jein zu Freihandel. Dieser Meinung ist Fritz Rothen von der IP Suisse.

Ist die Schweizer Landwirtschaft aus Ihrer Sicht auf dem richtigen Weg?
Fritz Rothen: Auf jeden Fall. Ich staune immer wieder, wie interessant unsere Betriebe sind. Die Bauern haben «Drive». Das beglückt mich. Sie sind top ausgebildet und holen mit all ihren zur Verfügung stehenden Ressourcen das Optimum heraus. Auch ist die Landwirtschaft recht stark in der Bevölkerung verwurzelt. Das kann aber in ein paar Jahren anders aussehen. Nachteilig sind die hohen Kosten. Kosten senken ist ein Gebot der Stunde. Wenn es gelingt, die Bauern von möglichst vielen Zwängen zu befreien, können sie sich kreativ und innovativ entfalten.

Wo müssen wir besser werden?
Rothen: Die Produzentenpreise sind auf einem bedenklich tiefen Niveau. Bei unserem Kostenumfeld sind 50 Rp. pro Kilo Milch zu wenig. Wichtig für die Schweizer Landwirtschaft sind Qualität, Kreativität, Innovation und Begeisterung. IP Suisse hat in der Vergangenheit stets versucht, diesen Weg zu gehen und sich so weiterzuentwickeln. Für die Wiesenmilch erhalten unsere Produzenten zwischen knapp 60 und 97 Rp./kg. Dabei handelt es sich um den Marktpreis plus die IP-Suisse-Prämie. Klar bekommen wir zu hören, dass wir nur eine Nische bedienen. Aber 80 bis 90 Rp. muss die Zielgrösse sein. Die Weinbranche hat es geschafft, mit Qualität und Geschichten zum Produkt akzeptable Preise zu erreichen. Das muss auch bei der Milch und beim Fleisch realisierbar sein.

Woran fehlt es denn der hiesigen Branche?
Rothen: Die nachgelagerten Sektoren sind oft zu wenig effizient. Die Verarbeiter haben ihre Kosten zu wenig im Griff und der Vermarktung mangelt es an Dynamik. Es will mir nicht in den Kopf, dass andere Länder Teile ihrer landwirtschaftlichen Produkte erfolgreich exportieren und die Schweizer Landwirtschaft das kaum zustande bringt. Aktuell fordert zum Beispiel die Branche die Schweineproduzenten auf, ihre Bestände abzubauen. Dies kann nicht das Ziel der Schweizer Landwirtschaft sein, inländische Produktion zu limitieren. Bei einer hohen Bevölkerung und natürlich begrenzten Anbauflächen, muss man unsere Nahrungsmittel zu guten Preisen verkaufen können. Wir von IP Suisse arbeiten partnerschaftlich mit unseren Verarbeitern zusammen und versuchen, gemeinsam vorwärts zu kommen.

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Schlagworte

Landwirtschaft, Schweizer, Rothen, Suisse, Fritz, Bevölkerung, Wiesenmilch, Milch, landwirtschaftlichen

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