Betriebsleitung

Landwirtschaft in der Stadt als Gratwanderung

Lärm und Staub stören die Anwohner. Die Stadtbauern müssen grosse Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen.
Lärm und Staub stören die Anwohner. Die Stadtbauern müssen grosse Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen.

Wie steuern die Gemeinden die Strukturentwicklung, um den Landwirten auf städtischem Boden Zukunftsperspektiven zu bieten? Der LANDfreund fragte nach – in Bern, Winterthur und Zürich.

Ist es die Aufgabe von Städten, Landwirtschaft zu betreiben? «Ja», sagen Zürich, Winterthur und Bern. Dahinter stehen nicht nur die Stadträte, sondern auch weite Teile der Bevölkerung. Fragt sich nur, welche Landwirtschaft die Städter wollen. An Bio, Tierhaltung und Pflanzenschutz scheiden sich die Geister.
In Zürich wirtschaften alle der Stadt gehörenden Betriebe nach Richtlinien der Bio Suisse. «Die Bevölkerung und die Stadtregierung wünschen eine nachhaltige Landwirtschaft», erklärt der Fachbereichsleiter Landwirtschaft der Stadt Zürich, Bernhard Koch.
Als letzter Betrieb der zehn zur Stadt Zürich gehörenden Landwirtschaftsbetriebe hat im vergangenen Jahr der Juchhof umgestellt. Lange Jahre war er als intensiver Ackerbau und Milchwirtschaft geführt. Die grossen Stallgebäude werden heute kaum mehr genutzt. Einzig für Schulklassen stehen für den Anschauungsunterricht eine Gruppe Mastschweine, zwei Mutterkühe, Hühner, Hasen und Ponys zur Verfügung.
«Die städtischen Landwirtschaftsbetriebe tragen zur Lebensqualität in der Stadt Zürich bei, und dies ist im Städteranking als grosses Plus zu verzeichnen», sagt Koch und betont die positiven Auswirkungen der Grünflächen auf das Stadtklima. Die Stadtzürcher sollen aber auch einen direkten Nutzen von der Landwirtschaft haben. Das betrifft nicht nur den Juchhof, dessen Bauernschule jährlich rund 200 Schulklassen besuchen, sondern alle Pachtbetriebe. Sie sollen offen und der Bevölkerung zugänglich sein – wenn möglich sogar über einen Hofladen verfügen.
«Die Betriebe müssen gepflegt daherkommen», erklärt Koch und fährt fort: «Wichtig sind überdurchschnittliche Sicherheitsvorkehrungen, dass man die Unfallgefahr auf den Betrieben klein hält.» Das heisst im Alltag, wie Koch es auf den Punkt bringt: «Ein Stadtbauer braucht noch zwei zusätzliche Gene: Geduld und Verständnis.» Geduld im Strassenverkehr und Verständnis für die Anliegen der Bevölkerung.
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Schlagworte

Landwirtschaft, Zürich, Bevölkerung, utm, Winterthur, Bern, LANDfreund, Koch, Vorteilspakete, Juchhof

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