Kleinbauern-Vereinigung

AP22+: Nicht mehr als 150'000 CHF pro Betrieb

Die Kleinbauern-Vereinigung zeigte sich mit dem Entwurf der Agrarpolitik 22+ unzufrieden und stellte daher am Dienstagmorgen in Bern ihre zentralen Forderungen für die zukünftige Agrarreform vor. Unter anderem soll die Obergrenze für die Direktzahlungen auf 150'000 CHF je Betrieb begrenzt und der Betriebsbeitrag hochgesetzt werden.

Nach der Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, Regina Fuhrer-Wyss, war die Agrarpolitik 14-17 für die Schweizer Landwirtschaft „eine völlig falsche Strategie“. Ein Grössenwachstum sei besonders für die kleinstrukturierte Schweiz nicht sinnvoll gewesen. Die Anzahl der Betriebe, welche 150'000 CHF und mehr erhalten, sei seit 2013 stark gestiegen. Diese immer höheren Summen an grossen Betrieben schade der Akzeptanz der Direktzahlungen in der Bevölkerung. Die Vereinigung fordert daher für die AP 22+ eine Agrarpolitik, die die kleinbäuerliche Struktur der Schweiz unterstützt:

Betriebsbeitrag und Obergrenze stärken Vielfalt

Anstelle des vom Bundesrat vorgeschlagenen symbolischen Betriebsbeitrages von 5'500 CHF, fordert die Kleinbauern-Vereinigung einen Betriebsbeitrag von 8000 CHF. Dadurch hätte der Beitrag einen Anteil von 38 % an allen Versorgungssicherheitsbeiträgen, wodurch die landwirtschaftliche Strukturvielfalt den Wert erhalte, den sie verdiene.

Die vorgeschlagene Obergrenze von 250'000 CHF ist der Vereinigung zu hoch gesetzt. Von der Obergrenze wären aktuell gemäss Bundesamt für Landwirtschaft nur zirka 100 Betriebe (2 %) betroffen. Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb eine Kappung bei 150'000 CHF. Das würde dann für 1'500 Betriebe (3 %) gelten. Zudem fordert die Vereinigung die Abstufung der Zonenbeiträge ab 40 ha. Bisher hätten nur die grossen Bergbetriebe mit mechanisch verhältnismäßig einfach zu bewirtschaftender Fläche profitiert.

Barbara Küttel (Geschäftsleiterin) Regina Fuhrer-Wyss (Präsidentin) und Patricia Mariani. (stellv. Geschäftsleiterin) stellten die Forderungen vor. (Bildquelle: Müller)

Hürden für den Einstieg abbauen

Die Kleinbauern-Vereinigung befürwortet ein vielfältiges, qualitativ hochwertiges Weiterbildungsangebot sowohl für Quereinsteiger, Bäuerinnen als auch EFZ- und EBA-Absolventen. Sie lehnt die vorgeschlagene für sie zu anspruchsvolle Weiterbildungspflicht für den Erhalt der Direktzahlungen jedoch klar ab. Die Vereinigung spricht sich zudem für den Erhalt und die Aufwertung der Nebenerwebslandwirtschaftskurse (NEK) aus. „Entscheidend ist für uns, dass motivierte Leute in die Landwirtschaft einsteigen“, sagte die stellv. Geschäftsleiterin, Patricia Mariani.

Zugang zu Land ermöglichen

Den Quereinstieg in die Landwirtschaft zu erleichtern sei seit langem ein grosses Anliegen der Kleinbauern-Vereinigung. In der vom Bundesrat vorgeschlagenen Überarbeitung des bäuerlichen Bodenrechts BGBB fehle es aber an einer übergeordneten Strategie. Auch zukünftig müsse das BGBB zwingend das Selbstbewirtschaftungsprinzip sichern und das Kulturland langfristig und wirksam vor Spekulationen schützen. Die Vereinigung fordert aus diesem Grund eine komplette Überarbeitung der Vorschläge.

Verwirrung um Freikauf-Gerüchte von Bayer bei Glyphosatverfahren

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

Schreiben Sie Christina Lenfers eine Nachricht