Pro und Kontra

Den Eiermarkt nicht mehr stützen?

Heute entlastet der Bund den Markt für Schweizer Konsumeier und gleicht damit saisonale Marktschwankungen aus. Doch mit der AP22+ soll das entfallen.

Pro: Patrick Dümmler, Forschungsleiter Offene Schweiz" bei Avenir Suisse
«Das Schweizer Ei» ist uns teuer: 2017 wurden 1,9 Millionen Steuerfranken für «Verwertungsmassnahmen» aufgewendet. In der Schweiz wird es als Aufgabe des Staates betrachtet, saisonale Marktschwankungen – zum Beispiel den Angebotsüberschuss nach Ostern – zu mildern. So profitierten erstens einheimische Nahrungsmittelhersteller im Rahmen sogenannter «Aufschlagsaktionen» vom Geldsegen. Was wundert es, dass bei uns beispielsweise Eierteigwaren in jedem Supermarkt zu finden sind? Pastaliebhaber aus dem Süden versetzt dies regelmässig in Staunen. Zweitens werden auch Detailhändler für «Verbilligungsaktionen» subventioniert, um so Angebotsüberschüsse abzutragen.

Kontra: Heiner Jud, Eierproduzent und Gallo-Suisse-Vorstandsmitglied
Der Eiermarkt ist massgeblich bestimmt von den Nachfragespitzen um Ostern und Weihnachten sowie einer Absatzflaute in den Sommermonaten. Um das Angebot der Nachfrage anzupassen, plant die Eierwirtschaft die Produktion minutiös. Die Anpassung hat jedoch Grenzen. Erstens werden Eier von Hühnern gelegt, die keine Nachtschicht einlegen können. Zweitens dürfen Konsumeier nur bis 21 Tage nach dem Legedatum verkauft werden. Weil in der Landwirtschaft systembedingt schon kleine Überschüsse zu grossen Preiszusammenbrüchen führen, werden Eier zeitweise im Verkauf verbilligt und saisonal überschüssige Schweizer Schaleneier zu Eiprodukten verarbeitet.

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LANDfreund

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