Kanada

Frühjahrstrockenheit, Spätfrost und Handelsdispute

Die kanadischen Ackerbauern stehen vor vielen Herausforderungen. Nebst dem Handelsstreit mit China erschwert auch die aktuelle Wetterlage die Produktion.

In Kanadas Westprovinzen ist die Feldbestellung zum grossen Teil abgeschlossen. Die Saatbedingungen waren aufgrund der Trockenheit gut, allerdings hoffen die Ackerbauern nun auf den langersehnten Niederschlag. Vor allem die kanadischen Westprovinzen hatten mit Frühjahrstrockenheit zu kämpfen. In Saskatchewan ist es das dritte Dürrejahr in Folge. In der Provinz Alberta kam es bereits zu Waldbränden, denen rund 500.000 ha zum Opfer fielen. In der Provinz Manitoba war Feuchtigkeit zwar kein Problem, Spätfrost hatte allerdings zur Folge, dass der grösste Teil der Rapsanbaufläche neu bestellt werden musste.

Neben den Wetterschwankungen macht den Ackerbauern die politische Lage Sorge. Anfang des Jahres hatte China kanadische Rapsimporte verweigert und einen Einfuhrstopp für Raps verhängt. Zwar können kanadische Landwirte auf andere Märkte ausweichen, allerdings zu geringeren Erlösen. Anbaualternativen gibt es aufgrund des rauen Klimas in Kanadas Westen wenige. Deshalb fordern kanadische Rapsanbauer nun den Staat auf, die Verluste im Exportgeschäft auszugleichen.

Der Handelsdisput mit China weitete sich vor kurzem auch auf andere Produkte aus. Im letzten Monat wurde zwei kanadischen Schweinefleischexporteuren die Einfuhrlizenz nach China entzogen. Der Schritt der Chinesen sorgt für Verwunderung, da die Asiaten eigentlich wegen der Afrikanischen Schweinepest einen höheren Importbedarf an Schweinefleisch denn je haben. Der Exportwert der kanadischen Schweinefleischexporte nach China beträgt 514 Millionen kanadische Dollar.

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