Treffen ohne Abschlusserklärung

G20-Agrarminister scheitern am Klimawandel

Die G20-Agrarminister haben sich am Wochenende nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu Landwirtschaft und Wasser einigen können. Grund ist eine Blockade gegen die Benennung des Klimawandels.

Die G20-Agrarminister sind nach ihrer Videokonferenz am Wochenende ohne gemeinsame Abschlusserklärung auseinander gegangen. Für Deutschland sei eine Zustimmung ohne Aussagen zum Klimawandel nicht möglich gewesen, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die langwierigen Verhandlungen sind damit ohne eine Abschlusserklärung beendet worden.

Klöckner bedauerte, dass es den G20-Staaten nicht gelungen ist, in der Abschlusserklärung der G20-Agrarminister eine Aussage dazu zu treffen, wie der Klimawandel die Ernährungssicherung gefährdet. Auch die Landwirtschaft sei durch den Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen und beim Kampf gegen den Klimawandel gefordert. „Die jüngeren Generationen erwarten, dass die Agrarministerinnen und Agrarminister sich zum Klimawandel äußern. Kein Sektor ist so vom Klimawandel betroffen wie die Landwirtschaft“, sagte Klöckner.

Die Agrar- und Wasserminister der G20-Länder hatten sich am Samstag in einer Videokonferenz getroffen, um über die zukünftigen Herausforderungen für ihre Sektoren zu sprechen: Neben dem zentralen Thema Klimawandel standen auch sichere Lieferketten in Zeiten von COVID-19 sowie sauberes und ausreichendes Wasser für alle, verantwortungsvolle Investitionen für die Land- und Ernährungswirtschaft, die Zukunft für ländliche Räume, der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung und Antibiotikaresistenzen und die Digitalisierung auf der Agenda.

Unterstützung bekam Klöckner für die Entscheidung nicht zu unterschrieben vom Koalitionspartner SPD. Das sei eine richtige Entscheidung gewesen, schrieb der parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth auf Twitter. „Die Welt hat Feuer im Dach und dann sollen die großen Industrie- und Schwellenländer das nicht mal sagen - geschweige denn das eigentlich richtige zu tun?“, schrieb er. Es müssten gemeinsam Maßnahmen gegen den Klimawandel vereinbart werden, so Flasbarth weiter. In dieser Woche treffen sich die G20-Umweltminister ebenfalls virtuell unter saudischem Vorsitz.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) stehen für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, über 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und drei Viertel des Welthandels. Im Agrarbereich stehen sie für 60 Prozent der weltweiten Anbauflächen und 80 Prozent des Welthandels mit Lebensmitteln. Seit 2011 gibt es regelmäßig ein G20-Agarministertreffen.