Bio Suisse

Importverbot von Biofutter: So reagiert die Praxis

Ab 2022 dürfen Bio-Knospe-Wiederkäuer nur noch Raufutter aus der Schweiz fressen. Wer bisher etwa Luzerneballen importiert hat, muss nun teureres Inlandfutter kaufen oder seinen Viehbestand anpassen.

Man kennt sie, die Lastenzüge mit ausländischen Nummernschildern, die im Herbst Heu- und Strohballen in die Schweiz bis weit ins Oberland führen. Auch die Biobauern haben bisher in einem normalen Jahr über 5600 t Raufutter importiert. In einem trockenen Jahr wie 2018 war es sogar rund das Doppelte, wie eine Befragung von Raufutterhändlern zeigt, die Bio Suisse im Dezember veröffentlichte. Doch bald ist damit Schluss. In diesem Jahr dürfen Biobetriebe nur noch 10 % ihres Raufutters importieren, und ab dem Jahr 2022 sind Importe nur noch in Ausnahmesituationen wie etwa wegen ausgeprägter Trockenheit möglich.

Zu einem grossen Teil wurden bisher künstlich getrocknete Luzerneballen oder -pellets importiert. Die Luzerneballen verbinden einen hohen Gehalt an Rohprotein (18 %) mit viel Rohfaser (36 %) und werden insbesondere im Berggebiet gerne zur Deckung einer Proteinlücke eingesetzt.

Laut Bio Suisse braucht es mehr als 1 000 ha zusätzliche Schweizer Biofutterflächen, um die wegfallenden Futterimporte zu ersetzen. Diese seien zwar jetzt schon vorhanden – vor allem bei viehlosen Ackerbaubetrieben –, würden aber nicht entsprechend genutzt.

Reaktionen von Landwirten

Domeni Gregori aus Bergün (GR) sagt: „Ich werde voraussichtlich den Milchkuhbestand von 30 auf 24 Stück senken und den Stall mit Galt- und Masttieren füllen. Grund ist nebst dem Wegfall der Raufutterimporte vor allem die Reduktion des Kraftfutteranteils von 10 auf 5 %. Mit der Reduktion des Milchkuhbestandes kann ich das Futter mit hohem Gehalt für die Milchkühe verwenden. Bisher hatte ich immer Freude an einer guten Milchleistung. Falls mich diesbezüglich das neue Regime nicht zufriedenstellt, ziehe ich auch in Betracht, auf Mutterkühe umzustellen.“ Er bewirtschaftet 48 ha LN und hält 30 Holstein und Brown Swiss Milchkühe mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 8500 kg.

>> weiterlesen (LANDfreund-Ausgabe 02/2020, ab Seite 12)

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