Revision Jagdgesetz

Ja zum Jagdgesetz für die Alpwirtschaft

Die Revision des Jagdgesetzes, über welches am 17. Mai abgestimmt wird, gibt die Möglichkeit, Wölfe massvoll zu regulieren. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) appelliert deshalb an die Bevölkerung, für eine regionale, naturnahe Produktion einzustehen und am 17. Mai ein Ja in die Urne zu legen.

Die Rückkehr der Wölfe ist eine existenzielle Bedrohung für die Alpwirtschaft, schreibt der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) in seiner heutigen Stellungnahme. Die Anzahl der Wölfe nimmt aufgrund der natürlichen Begebenheiten exponentiell zu (2018: 48; 2019: 64). Eine massvolle Regulierungsmöglichkeit sei nötig, um die Bewirtschaftung der Sömmerungsgebiete nicht zu gefährden.

Die schnelle Rückkehr des Wolfes stellt die Schweiz vor immer grösser werdende Herausforderungen. Seine Anwesenheit bereitete bisher besonders der Alp- und Landwirtschaft Sorgen. Je länger je mehr sind aber auch städtische und touristische Gebiete konfrontiert.

Auch würden die Erfahrung zeigen: Auch die beste Ausbildung der Tierhalter und Herdenschutzmassnahmen können Angriffe und Risse nicht verhindern. Der Wolf lernt zudem, dass er akzeptiert wird, und verliert die Angst vor Siedlungsräumen. Das zeigte sich im Fall des Wolfes im Raum St. Gallen und Thurgau, der sich im Siedlungsgebiet bewegte und in Ställe eindrang. Haben Freizeit- oder Nutztiere einen Wolfsangriff erlebt, werden sie schreckhaft und aggressiv – auch gegenüber Menschen. Ein weiteres Problem sind die Herdenschutzhunde, welche eine Herde bewachen: Viele Wanderer oder Biker verzichten nach einer angsteinflössenden Begegnung mit einem Schutzhund auf die Benutzung bestimmter Wege oder Gebiete.

Bedrängte Älpler

Drei Gründe führen bei starkem Wolfsdruck zur Aufgabe von Alpen:

  • Der Herdenschutz nach den aktuellsten Empfehlungen ist aufgrund der topografischen Situation auf Alpen nicht umsetzbar.
  • Die psychische Belastung der Älpler ist zu hoch, wenn die ihnen anvertrauten Tiere unter der ständigen Beobachtung und Bedrohung der Wölfe stehen. Alppersonal springt regelmässig ab oder es kann keines gefunden werden.
  • Die Tierbesitzer verzichten auf eine Alpung, weil sie Angst vor Verlusten haben (wirtschaftlich und emotional), oder weil die Tiere verängstigt und aggressiv werden.

Massvolle Regulierung nötig für Koexistenz

Die Revision des Jagdgesetzes, über welches am 17. Mai abgestimmt wird, gibt die Möglichkeit, Wölfe massvoll zu regulieren. Eine Ausrottung ist mit diesem Gesetz nicht möglich oder vorgesehen. Wird die Revision des Jagdgesetzes abgelehnt, so muss mit einem dramatischen Rückgang der Sömmerung gerechnet werden. Der Schweizerische Alpwirtschaftliche Verband (SAV) appelliert deshalb an die Bevölkerung, für eine regionale, naturnahe Produktion einzustehen und am 17. Mai ein Ja in die Urne zu legen.