EU-Agrarministerrat tagt

Mercosur bringt Landwirte in Wallung

Die grüne GAP-Architektur nach 2020 und das umstrittene Mercosur-Abkommen mit den lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay stehen im Mittelpunkt des EU-Agrarministerrates am Montag in Brüssel. Unter Druck kommt mit dem EU-Mercosur-Deal die europäische Freihandelszone Efta, zu der auch die Schweiz gehört.

Im farbenfrohen neuen Ratsgebäude treffen am Montag die EU-Agrarminister in Brüssel zusammmen

Mercosur-Deal ist parat

Die grüne GAP-Architektur nach 2020 und das umstrittene Mercosur-Abkommen mit den lateinamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay stehen im Mittelpunkt des EU-Agrarministerrates am Montag in Brüssel. Als Ratspräsident wird erstmals der finnische Agrarminister Jari Leppä die Sitzung leiten.

Pünktlich zum EU-Agrarministerrat am Montag hat die EU-Kommission die rechtsverbindlichen Texte des ausgehandelten EU-Mercosur-Assoziierungsabkommen an diesem Wochenende fertiggestellt. Das für die europäische Landwirtschaft einschneidende Abkommen wird von den Fachministern mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Belgien, Frankreich, die Niederlande und Polen sehen das den Mercosur-Staaten eingeräumte 99.000 t zollfreies Rindfleisch Jahres-Einfuhrkontingent in die EU als ernsthafte Bedrohung ihrer Rinderhalter an. Deutschland gehört zu den Befürwortern wegen neuer Marktchancen für Autos und Industriegüter.

Des Weiteren will die EU-Kommission den Bericht der Arbeitsgruppe für den Zuckermarkt vorstellen und die Agrarminister über Pflanzenschutzmittel mit geringem Risiko informieren. Darüber hinaus stehen auf der Agenda die Themen neu aufkommende ASP-Gefahren, Lebendtier-Transporte in Sommermonaten und die EU-Afrika-Zusammenarbeit in der Lebensmittelwirtschaft.

Efta gerät unter Druck

Aus Schweizer Sicht hat der EU-Mercosur-Deal nicht direkt einen Einfluss, jedoch indirekt schon. Denn dadurch kommt die europäische Freihandelszone Efta, zu der auch die Schweiz gehört, unter Druck.

Unter verstärkten Druck kommt mit dem EU-Mercosur-Deal die europäische Freihandelszone Efta, zu der auch die Schweiz gehört. Sie verhandelt seit kurzem ebenfalls mit Mercosur über ein Freihandelsabkommen. Bis der Efta mit den Ländern Südamerikas dasselbe gelingt – also den Abschluss eines Abkommens über den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen – werden die Schweizer Exportbranchen gegenüber der Konkurrenz aus der EU einen Wettbewerbsnachteil haben.

Von den vier Efta-Ländern ist die Schweiz der mit Abstand grösste Exporteur nach Südamerika. 86% der Efta-Exporte kommen aus dem Land, vor allem Pharma- und Chemieprodukte, Maschinen sowie optische Geräte. Diese Ausfuhren stagnieren seit einigen Jahren, einerseits wegen der Krise im Mercosur, andererseits, weil neue Konkurrenten wie China dort auftreten. Es wäre also gut, dort die Verhandlungen voranzutreiben.

Gewalt in den Niederlanden – Bauern wollten Verwaltung stürmen

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

LANDfreund

Schreiben Sie LANDfreund eine Nachricht