Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten

Milchmarkt 2019: Die Stunde der Wahrheit

Der Schweizer Milchmarkt ist in hohem Masse von den Verarbeitern, der Bundespolitik und dem Ausland abhängig. Einmal mehr wurde dies den Delegierten der Schweizer Milchproduzenten (SMP) an ihrer Jahresversammlung bewusst.

Nichtdestotrotz versucht die SMP «das Heft in der Hand» zu behalten und fordert an ihrer Delegiertenversammlung in Bern eine Preisanpassung auf die zweite Jahreshälfte. Vorangehen will man auch mit dem im vergangenen Jahr entwickelten neuen Branchenstandard für nachhaltige Milch. Dieser so genannte grüne Teppich wurde auch von der Branche akzeptiert. Dafür sollen die Produzenten ab September 3 Rp./kg Milch zusätzlich auf den A-Richtpreis erhalten. Bekenntnisse zur Nachhaltigkeit gibt es bekanntlich viele, ob man das aber auch Markt holen kann, hat man als Milchproduzent und auch als SMP nicht in der Hand. Die SMP sei im Gespräch mit den orangen Detailhandelsriesen, bestätigte SMP-Direktor Hagenbuch und senkte mit der Bemerkung «dass es im Handel nichts gratis gebe» zusätzlich die Erwartungen an den «grünen Teppich».

Kritik am Milchmarkt übte die SMP bereits im Vorfeld aus, als sich der Vorstand enttäuscht über die Verkaufsleistung gewisser Verarbeiter äusserte und die fehlende Markttransparenz bei einigen Unternehmen bemängelte.

Die Stunde der Wahrheit schlägt in diesem Jahr aber nicht nur seitens des Markts, sondern auch für die Bundespolitik mit der AP 22+. Die SMP fordert, dass bei den Direktzahlungen die Arbeit stärker gewichtet und die Verkäsungszulage unverändert beibehalten werde. Auch soll der Raus-Beitrag aufgeteilt und GMF abgestuft werden.

Weltweit, aber auch in der Schweiz ist ein leichter Abwärtstrend in der Milchproduktion festzustellen. Wohl deshalb unterstützen im Gegensatz zu früheren agrarpolitischen Reformschritten auch die Milchverarbeiter die Vorschläge der SMP zur AP 22+.

Die Anträge des SMP-Vorstands zuhanden der Delegierten wurden einstimmig angenommen. Das betraf die Finanzierung der Interessenvertretung (0.17 Rp./kg) und des Marketingfonds für Milch und Milchprodukte (0.525 Rp./kg). Der Beitrag für das Basismarketing von Switzerland Cheese Marketing beträgt 0.2 Rp./kg.

Auch segneten die Delegierten die Übertragung der SMP-Mitgliedschaft von PO Bemo und der Genossenschaft MPM an den Verein Mittelland Milch ab.

Neu im Vorstand des SMP sind Urs Jenni (Aaremilch), Daniel Vetterli (Thurgauer Milchproduzenten) und Remo Siegenthaler (Miba). Geehrt für sein Engagement wurde Andreas Schaad.

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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