Milchmarkt

Milchpreise: Gewinner und Verlierer

Die Molkerei Lanz zahlt den besten Milchpreis im ÖLN-Segment. Emmi ist bei Bio top. Für Käsereimilch erhalten die Gruyère-Produzenten die besten Preise.

Die Schweizer Bauern produzierten im vergangenen Jahr
3,5 Mio. t Milch und Milchprodukte. Das sind laut der TSM Treuhand über 20 000 t oder 0,6 % mehr als im Vorjahr.

Trotz der Mehrproduktion scheint sich 2018 das Milchpreisniveau nach dem Preistief 2016/2017 zu stabi­lisieren. Man kann sogar von einem klitzekleinen Anstieg sprechen: Der durchschnitt­liche Milchpreis stieg um
1,5 Rp./kg gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt das Milchpreismonitoring der Schweizer Milchproduzenten.

Alle im Monitoring aufgelisteten Milchkäufer zahlten etwas mehr. Aber die Unterschiede sind beträchtlich: Den besten Milchpreis 2018 erzielten mit 61,4 Rp./kg die Produzenten, die ihre Milch an die Molkerei Lanz lieferten. Das sind 1,2 Rp. mehr als bei der zweitplatzierten Elsa und 4,7 Rp. mehr als der Durchschnitts­preis. Zum Letztplatzierten, der Milco, beträgt die Differenz gar 7,5 Rp. Andreas Lanz, Geschäftsführer und Inhaber der Lanz Molkerei AG, macht kein Geheimnis um seinen Milchpreis. Das Unternehmen setze auf Wertschöpfung und den Inlandmarkt. «Immer wach und innovativ bleiben und scharf rechnen», erklärt er.

Innovativ ist auch die Milco SA in Sorens (FR), vor allem was das Käsesortiment betrifft und wo durchaus Wertschöpfung zu erzielen ist. «Aber über ein Drittel unserer Milch wird bei Dritten in Milchpulver für den Export verwertet», erklärt Jacques Ropraz, Geschäftsführer der Milco SA. Diese Überschussmilch drücke das Preisniveau nach unten.

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«Wir bleiben auf Kurs»

Die Molkerei Lanz zahlt seit Jahren den besten Milchpreis. Wie schafft dies der Familienbetrieb in Obergerlafingen (SO)? «Wir wollen mit unseren Produkten eine vernünftige Wertschöpfung erzielen. Wenn wir das zustande bringen, soll auch der Landwirt etwas daran verdienen», erklärt Geschäftsführer Andreas Lanz.

Das Unternehmen hat seine Trinkmilchproduktion plafoniert. Lanz setzt auf Innovationen und hat sich beispielsweise mit lactosefreien Produkten einen Namen gemacht. Für jedes neue Produkt wird scharf gerechnet: Wie sind die Produktionskosten? Ist ein Marktpotenzial vorhanden? Lässt sich eine Marge erzielen, die nicht nur die Kosten abdeckt?

Sind diese Fragen geklärt, steigt man in die Produktion ein. «Wir können kleine Chargen rationell produzieren, ebenso wie Grossmengen. Nischenprodukte sind oft ein Türöffner, damit wir weitere Produkte absetzen können», erklärt Lanz. Eigentlich sei die Molkerei in einer permanenten Aufbruchsstimmung – immer offen für Neues. Dieses Credo teilen die Kinder des Inhaberehepaars, Olivia und Gregor, die nächstes Jahr die operative Führung übernehmen werden.

Das Unternehmen steht zu seinen 20 Produzenten. Neue haben kaum eine Chance, Milchlieferant zu werden.

Die Lanz-Lieferanten gehen mit der Zeit, modernisierten ihre Betriebe und liefern von Jahr zu Jahr mehr Milch. Dank guten Auftragsheften war das bisher weder für die Molkerei noch für die Bauern ein Problem. «Aber wie die Zukunft wird, wissen wir nicht. Wahrscheinlich wird schon einmal der Tag kommen, wo wir die Milch­menge pro Betrieb begrenzen müssen», sagt Lanz.

Andreas Lanz setzt auf Innovation. (Bildquelle: zVg Molkerei Lanz AG )

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Artikel geschrieben von

Daniela Clemenz

Redaktorin

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