Klimaschutz

Pflanzenkohle als Kohlenstoffsenke Plus

Auf dem 20. Fachkongress Holzenergie stellten vier Experten Möglichkeiten vor, wie sich CO₂ speichern lässt und Landwirte damit Geld verdienen können.

Kohlenstoffdioxid (CO₂) ist Fluch und Segen für die Menschheit: Als schädliches Klimagas sorgt es für eine steigende Erwärmung der Erde. Gleichzeitig ist es aber auch ein wichtiger Baustein für die Vegetation: Denn Pflanzen nutzen CO₂ im Rahmen der Photosynthese. „Der Klimawandel ist seit 1950 belegbar. Ein Beispiel ist der Termin für die Weinlese: Sie hat sich beim Riesling von 1955 bis heute um gut vier Wochen nach vorn verschoben“, erklärte Dr. Nikolas Hagemann vom Ithaka Institut (Freiburg) und Agroscope (Zürich) auf dem 20. Fachkongress Holzenergie. Diesen haben die Veranstalter Fachverband Holzenergie und Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in diesem Jahr digital durchgeführt.

Wie Hagemann weiter deutlich machte, werden aktuell verschiedene Möglichkeiten diskutiert, wie sich CO₂ aus der Atmosphäre entziehen lässt. Als denkbare und sinnvolle Lösung sieht er die Zugabe von Gesteinsmehl in den Boden an, mit denen CO₂ chemisch gebunden werden könnte.

Pflanzenkohle aus Pyrolyse

Ein anderer Weg ist die Herstellung von Pflanzenkohle über die Pyrolyse von Biomasse. Allerdings ist die Kohle auch keine Problemlösung für alles, schränkt Hagemann ein und stützt sich dabei auf die Kohlenstoffeffizienz. Nur 30 bis 50 % des Kohlenstoffs aus der Biomasse befinden sich hinterher in der Pflanzenkohle. 15 bis 45 % dagegen sind im Pyrolysegas, 25 bis 50 % im Pyrolyseöl. „Das Pyrolyseöl wird bisher nur eingeschränkt wirtschaftlich genutzt, das Gas wird ausschließlich verbrannt“, erklärte er. Für die Pflanzenkohle gibt es eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten: Als Bodenhilfsstoff, als Futtermittelzusatz in der Tierhaltung, als aktivierte Pflanzenkohle in der Abwasserreinigung, zur Optimierung von...

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