Agrarscouts

Run auf AgrarScouts-Ausbildung

An der BEA 2020 in Bern werden die ersten Schweizer AgrarScouts im Einsatz sein. Der Landwirt-schaftliche Informationsdienst (LID) startet dann seine Ausbildungskurse. Noch vor der offiziellen Ausschreibung haben sich gut zwei Dutzend Interessierte gemeldet.

Der LID sucht ab sofort AgrarScouts. AgrarScouts haben einen guten und möglichst direkten Bezug zur Landwirtschaft. Sie wollen sich für eine tragfähige Zukunft der Landwirtschaft engagieren. Und sie sind offen für den direkten, persönlichen Dialog mit Konsumentinnen und Konsumenten. So das Anforderungsprofil. Der LID übernimmt für die Schweiz das AgrarScouts-Modell vom Forum Moderne Landwirtschaft in Deutschland. Dort sind AgrarScouts an Messen, bei Events oder auch mal als Einkaufsbegleiter in Lebensmittelgeschäften aktiv, natürlich immer in Partnerschaft mit Ausstellern, Eventanbietern, Detaillisten.

Offen und glaubwürdig auftreten

«Für Sie da» ist der Claim der AgrarScouts Switzerland. «Für Sie da» als Gesprächspartner und als Produzenten. Als solche sagen sie schlicht und authentisch, wie sie Landwirtschaft selber sehen und praktizieren. AgrarScouts reden von dem, was sie leben und leben, was sie sagen. Das ist die Idee. «Solche Glaubwürdigkeit kommt gut an», ist Markus Rediger vom LID überzeugt. Und zum Fakt, dass AgrarScouts eigeninitiativ und ehrenamtlich arbeiten, sagt er: «Wer Zeit in AgrarScouts-Aktivitäten investiert, denkt auch unternehmerisch». Zu gewinnen seien ein positives Image, Verständnis, Vertrauen und Support für den eigenen Betrieb und die Landwirtschaft allgemein.

Das Netzwerk ist wichtig

Der LID bietet die Gesprächsausbildung und Ausrüstung kostenlos an. Und er betreut das AgrarScouts-Netzwerk. Über dieses organisiert er Einsätze. Die Erfahrung aus Deutschland zeigt, dass das Netzwerk ein wichtiger Faktor des Projekts ist, weil sich die AgrarScouts darin gegenseitig motivieren und unterstützen. «Die AgrarScouts müssen eigentlich als Grassroots-Bewegung laufen, wir initiieren, koordinieren und unterstützen nur», sagt Projektleiter Jürg Rindlisbacher vom LID.

Solides Gesprächstraining und vielfältige Einsätze

Die Ausbildung umfasst einen Trainingstag mit Anleitung und praktischen Übungen zur Gesprächsführung und anschliessend einen Einsatztag mit Debriefing, immer im Rahmen von Landwirtschaftsauftritten an Publikumsmessen. Pro Ausbildungsgang werden nur jeweils 10 – 15 Personen aufgenommen. Gesprächstrainer sind Manuela Vogel, Marketingfachfrau und landwirtschaftliche Beraterin auf dem Arenenberg und Matthias Zurflüh, Leiter Marketing bei der emmental-versicherung und Dozent für Sales EMBA an der Berner Fachhochschule. Die ausgebildeten AgrarScouts erhalten in der Folge über Social-Media-Kanäle offene oder auch gezielte Anfragen für Einsätze an Messen und Events. Sie entscheiden, ob und wie viele Tage sie sich einsetzen können und wollen. AgrarScouts können auch selbst Anlässe initiieren, Diskussionsrunden im Dorf oder Tag der offenen Hoftüren. Und sie können Gesprächskontakte auf Social-Media-Kanälen weiterführen.

Anmeldung per Mail oder Telefon

Wer sich zur AgrarScouts-Ausbildung anmelden will, meldet sein Interesse bis 3. April per E-Mail oder Telefon beim LID (info@lid.ch, 031 359 59 77). Dies möglichst rasch, denn das Interesse ist gross! Nach diesem Erstkontakt erhält er oder sie einen Anmeldebogen, in dem auch das Persönlichkeitsprofil erfasst wird. Das dient später gezielten Anfragen für Einsätze. Altersgrenzen gibt es keine. In Deutschland sind von der angehenden Landwirtin bis zum pensionierten Fachlehrer ganz verschiedene Personen im Einsatz.