Schätzungsanleitung: Kommt noch eine Vernehmlassung?

Im April 2018 soll nun eine revidierte Schätzungsanleitung in Kraft treten - wenn denn nicht aus politischen Gründen noch eine Vernehmlassungsrunde gestartet wird.

Martin Würsch, Leiter Agriexpert vom Schweizer Bauernverband, befürchtet, dass während eines länger dauernden Vernehmlassungs- oder Anhörungsverfahren die alte Schätzungsanleitung von 2004 in Kraft bleiben würde. Sie wäre aber nicht mehr gesetzeskonform und vor Gericht anfechtbar. Die Rechtsunsicherheit wäre gross, vor allem zwischen Hofübernehmer und Miterben.
Würsch stellt sich auf den Standpunkt, dass die Schätzungsanleitung eine technische Anleitung sei. Der Bundesrat solle seinen Beschluss wie vorgesehen im Januar 2018 fällen, dass man die neue Anleitung zur Schätzung des landwirtschaftlichen Ertragswertes per 1. April 2018 in Kraft setzen kann, so Würsch heute am Agriexpert-Weiterbildungskurs zur Ertragswertschätzung in Brugg.
Kann man eine Erhöhung des Ertragswerts angesichts der tiefen Produktepreise und der Freihandelsszenarien von Bundesrat Schneider-Ammann überhaupt rechtfertigen? „Das Wertniveau steigt mit der neuen Schätzungsanleitung im Schnitt um 10 bis 20 Prozent an“, erklärte Ruedi Streit von Agriexpert. Seit 2004 sei aber auch der Cashflow in der Landwirtschaft um über 20 Prozent gestiegen. Die Fläche vergrösserte sich im Schnitt auf über 24 ha LN und die Produktivität sei um 5 Prozent angestiegen. Es gelte zudem neue Produktionstechniken und Betriebszweige sowie die aktuell tiefen Zinssätze zu berücksichtigen.

Fotos: Neues bei der Gülleausbringung für 2020

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LANDfreund

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