Swiss Agro Forum

Unternehmen im Veränderungsprozess

„Wer sich nicht verändert, ist weg vom Fenster“, sagt Migros-Präsidentin Ursula Nold. Inputs zu den rasanten Veränderungen in einer schnelllebigen Zeit lieferte das Swiss Agro Forum mit 150 Teilnehmern aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Verbänden und Politik.

Alles ist irgendwie im "Change" zu deutsch in der Veränderung – auch in der grünen Branche. Und so setzte das Swiss Agro Forum unter der Führung von Matthias Zurflüh das Thema auf die Agenda beim diesjährigen Swiss Agro Forum im Feusi Bildungszentrum Bern. Referenten, allesamt in Führungspositionen renommierter Unternehmen tätig, wie Migros, Detailhandeslunternehmen, Fenaco, SOS-Kinderdorf oder die Valora Holding sowie aus dem Bereich Weiterbildung Sparte Führungskräftetraining rundeten den Tag hab. Highlight zum Ende der Tagung war das Apéro gespickt mit proteinreichen Snacks wie Mehlwurmpaste oder Energieriegel aus Heuschreckenmehl. Präsentiert von dem Schweizer Startup-Unternehmen Essento.

"Wer sich nicht verändert, ist weg vom Fenster"

„One Man one Vote“ – das ist der Grundgedanke des Genossenschaftswesens. Als wichtige Punkte zählte Ursula Nold, erste Frau in der Präsidentschaft der Migros, eine langfristige Orientierung und Partnerschaft mit Lieferanten und somit auch mit der Landwirtschaft. Ausserdem schätzt Nold das Übernahmerisiko eines genossenschaftlich geführten Unternehmens als gering ein.

Die hohe Affinität zur Region verbunden mit der lokalen Verankerung von Migros ziehen aus ihrer Sicht eine hohe Innovationsfähigkeit nach sich. Allerdings räumte sie ein, dass die anspruchsvollen Strukturen, die Anonymität der Genossenschaftler und die Kapitalbeschaffung zu den Herausforderungen gehören. Als Ziele im Veränderungsprozess sieht die Präsidentin, bei der zunehmen Digitalisierung das Vertrauen der Konsumenten und Konsumentinnen zu gewinnen, weiter Dazu gehöre ein gutes Leadership-Team, was als Vorbild für die Mitarbeiter fungiert.

Ihr Fazit: Wer sich nicht verändert, ist weg vom Fenster.

Kurze Zeitfenster

Franz Julen brachte seine Erfolgsstory mit markigen Sprüchen auf den Punkt: „Veränderungen können Spass machen und es gilt keine Zeit zu verlieren“. Der Verwaltungspräsident der ‚Valora Holding AG präsentierte prägnant seine Story: „Weg vom Kioskimage zum modernen Must to have, bevor Du in die Bahn steigst. Eine kompletter Relaunch der Retail-Marken brachte das Unternehmen auf die Erfolgsspur.

Seine Tipps:

· Strategischer Weitblick, aber einfach pragmatisch sowie keine Berater.

· „Alte Zöpfe abschneiden – das Führungsmanagement austauschen.

· Ein unbelastetes und unvoreingenommenes Leadership installieren.

· Motivierte Mitarbeiter: „We work for a winning company not a losing company.

· Bottom Up Planning: Die Leute mitnehmen. Ihre Arbeit wertschätzen.

· Ein gutes Projektmanagement

· Zeitfenster für Unsicherheiten so klein wie möglich halten

Sein Fazit: „Don’t make small plans. Heisst: Glaubt an Eure hohen, realistisch gesetzten Ziele“.

Die Kernaussagen der Diskussionsrunde:

Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung fenaco: „Der gemeinsame Nenner für mich und unsere Mitarbeiter sind die Bauern. Werte wie Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt sind elementar.“

Alain Kappeler, Geschäftsführer SOS-Kinderdörfer Schweiz „Uns sterben die Spender weg. Deshalb suchen wir Möglichkeiten junge Menschen für unsere Aktionen zu gewinnen, in dem wir auf Storytelling setzen“

Jörg Neumann, Geschäftsführer NeumannZanetti &Partner gibt „Do-Hows“ an die Teilnehmer weiter. Er begleitet Unternehmen, die sich im Veränderungsprozess befinden. Der Katalysator sei die Führungskultur. „Seien Sie offener und mutiger. Kommunizieren Sie den Weg des Unternehmens transparent“.

Einig waren sich die drei Herren, dass es mehr Frauen in Führungspositionen brauche.

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Artikel geschrieben von

Kirsten Müller

Redaktionsleitung

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