Direktvermarktung

Verbot von Wochenmärkten: Neue Vertriebswege gesucht

Wochenmärkte dürfen wegen der aktuellen Situation um das Coronavirus nicht mehr durchgeführt werden. Bäuerinnen und Bauern sind nun auf Alternativen angewiesen.

Seit dem 17. März dürfen aufgrund der verschärften Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus keine Wochenmärkte mehr durchgeführt werden. Diese Massnahmen des Bundesrats sind nachvollziehbar und es ist wichtig, dass nun alle mitziehen. Sie stellen jedoch viele Bäuerinnen und Bauern, die bisher auf Märkte als Absatzkanal setzten, vor grosse, existentielle Schwierigkeiten. Die Kleinbauern-Vereinigung, Bio Suisse und der Verein Landwirtschaft mit Zukunft möchten Bäuerinnen und Bauern sowie Konsumierende ermutigen, sich zu vernetzen und neue Vertriebswege zu suchen.

Gemeinsamer Lieferservice und Abholdepots eruieren

Auch um die Vernichtung von einwandfreien Lebensmitteln vorzubeugen, sind schnellstmöglich alternative Vertriebslösungen gefragt. Auf lokaler Ebene wurden bereits vereinzelt Initiativen in die Tat umgesetzt. Einige Bäuerinnen und Bauern schlossen sich zusammen und beliefern nun regelmässig Haushalte direkt. Gemeinden können Direktvermarkter unterstützen, indem sie in der Nähe der bisherigen Marktplätze Abholorte zur Verfügung stellen oder – so vereinzelt bereits geschehen – Infotafeln aufstellen, wo die Konsumenten die Lebensmittel künftig beziehen können. Die Kleinbauern-Vereinigung, Bio Suisse und Landwirtschaft mit Zukunft raten den Bäuerinnen und Bauern ausserdem, folgende Möglichkeiten zu prüfen:

  • Kleinere Lebensmittelgeschäfte direkt kontaktieren, da diese evtl. neben bestehenden Lieferanten nun erhöhten Bedarf an Produkten haben.
  • Bereits existierende Direktvermarktungsportale (z.B. knospehof.ch) und FoodCoops (Lebensmittelkooperativen) nutzen.
  • Bäckereien, Metzgereien oder Takeaway-Betriebe anfragen, ob sie ein Abholdepot zur Verfügung stellen (Synergien nutzen)
  • Direkte, regelmässige Kommunikation mit Konsumentinnen auf- und ausbauen (insbesondere über Social Media), diese über die neuen Bezugsorte informieren und aktiv in die Suche nach neuen Vertriebswegen einbeziehen.

Konsumentinnen und Konsumenten sind gefordert, die Bauern zu unterstützen, indem sie weiterhin Produkte von Direktvermarktern beziehen. Nach Möglichkeit können sie zusätzlich helfen, indem sie sich z.B. in der Nachbarschaft zusammenschliessen und Sammelbestellungen machen oder die Feinverteilung übernehmen. Dadurch können marktfahrende Landwirtschaftsbetriebe auch in Krisenzeiten ihren Beitrag an die Versorgung der Bevölkerung mit frischen, regionalen und hochwertigen Lebensmitteln leisten und im Idealfall – trotz physischer Distanz – künftig noch enger mit den Konsumentinnen zusammenarbeiten.

Kontakte für weitere Informationen

Patricia Mariani, Co-Geschäftsleiterin, Kleinbauern-Vereinigung Tel. 076 401 87 69

David Herrmann, Verantwortlicher Medienstelle Bio Suisse 078 822 71 03

Dominik Waser, Geschäftsleiter Landwirtschaft mit Zukunft 079 313 98 02

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Update zu den wichtigsten Informationen für Landwirtschaftsbetriebe rund um das Coronavirus. Die Informationen stammen von der Homepage des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).