Waldwirtschaft

Waldeigentümer in verzwickter Lage

Das vierte Landesforstinventar zeigt auf, dass sich der Schweizer Wald erfreulich entwickelt hat. Die Waldeigentümer haben gute Arbeit geleistet, sie stehen nun allerdings vor Herausforderungen, die sie nicht mehr allein bewältigen können.

Der heute veröffentlichte Ergebnisbericht zum vierten Landesforstinventar (LFI 4) zeigt es erneut deutlich: der Schweizer Wald entwickelt sich positiv und das vor allem dank den engagierten Waldeigentümern und ihren kompetenten Forstleuten, die den Wald umsichtig pflegen. Unsere Wälder sind naturnäher und arten- sowie strukturreicher geworden und sie bereiten gerade in Corona-Zeiten vielen Leuten grosse Freude. Damit es dem Wald so gut geht, braucht es eine aktive Bewirtschaftung mit regelmässiger Verjüngung. Das LFI 4 zeigt allerdings auch, dass immer mehr Wälder, besonders in schwer zugänglichen Gebieten, seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden und diese in der Folge nicht mehr alle Waldfunktionen überall optimal erfüllen können. Die Wälder werden zudem anfälliger für Krankheiten, Schädlinge und die Folgen des Klimawandels. Ursache für die rückläufige Holzernte – und damit Waldpflege – ist die verzwickte Lage der Waldeigentümer: viele Forstbetriebe schreiben schon seit einiger Zeit rote Zahlen, weil die Einnahmen durch den Holzverkauf die steigenden Kosten für die Holzerei nicht mehr decken.

Die Holzpreise sind im Keller und kostspielige Zwangsnutzungen wegen Borkenkäfern, Trockenheit und Krankheiten nehmen zu. Zurzeit können die anfallenden Holzmengen kaum mehr verkauft werden. Private Waldeigentümer, Bürgergemeinden und Korporationen, welche sich zusammen um zwei Drittel des Schweizer Waldes kümmern, wirtschaften ohne Steuereinnahmen und können sich die Waldpflege auf die Dauer schlicht nicht mehr leisten. In den teils überalternden Wäldern tickt eine Zeitbombe. Neue Herausforderungen stehen an, wie die Anpassung der Bestände an den Klimawandel, die Eindämmung der Borkenkäfer und Neophyten. Daher appelliert WaldSchweiz, der Verband der Waldeigentümer, an die Konsumentinnen und Konsumenten, konsequent und vermehrt Schweizer Holz zu verwenden und damit indirekt zu einem stabilen und fitten Wald beizutragen. Und auch die Politik ist gefordert, die Waldeigentümer zu unterstützen, zum Beispiel mit gesamtschweizerischen, flächendeckenden finanziellen Beiträgen für Waldpflegemassnahmen, wie sie Bund und Kantone in den Schutzwäldern bereits ausrichten.

--> www.lid.ch

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