Berggebiete

Warten auf den Tierarzt

Sara Furrer ist sei 2015 als Grosstierärztin im Oberwallis tätig. Zum grösstenTeil behandelt sie Eringerkühe.70 000 bis 80 000 km legt sie pro Jahr zurück, und 15-stündige Arbeitstage sind die Norm. Das schreckt den Nachwuchs ab. Leidtragende des Tierarztmangels sind die kranken Tiere und die Bäuerinnen und Bauern.

Kühe mit Schwergeburten oder festliegende Kühe sind Notfallpatienten. Gut, wenn ein Tierarzt rund um die Uhr verfügbar und möglichst rasch zur Stelle ist. Aber in Randregionen wird es immer schwieriger, das zu bewerkstelligen. «Uns im Berggebiet gehen die Tierärzte aus», bringt es die Oberwalliser Tierärztin Sara Furrer auf den Punkt. Sie eröffnete 2016 eine Tierarztpraxis in Agarn (VS) und betreut die Tierhalter entlang des Rhonetals und des Vispertals. «Zum grössten Teil sind es Nebenerwerbsbetriebe mit kleinen Tierbeständen. Meine Arbeitszeit richtet sich nach der Verfügbarkeit der Bäuerinnen und Bauern», sagt Sara.

Sie behandelt hauptsächlich Kühe, der grösste Teil davon gehören der Eringerrasse an. Von September bis Dezember ist Abkalbesaison, und im Januar bis Frühjahr geht es vor allem um Trächtigkeitsuntersuchungen, Fruchtbarkeits- und Euterprobleme.

Im Sommer betreut sie die gealpten Tiere. «Dann ist es gut möglich, dass ich für die Behandlung einer einzigen Kuh mit der Anfahrt einen halben Tag unterwegs bin», erzählt sie. Neben Kühen behandelt sie auch Schafe, Ziegen, Pferde und Alpakas. An Sonn- und Feiertagen wechselt sie sich mit zwei Tierarztkollegen für den Pikettdienst ab.

Eine von Saras Aufgabe fällt diesen Sommer weg – das sind die tierärztlichen Aufgaben bei den Eringerkuhkämpfen: Eingangskontrolle der Tiere, Prüfung der...