Ein Volksfest der Superlative

Das Fête des Vignerons endete am Sonntag, 11. August 2019, mit einer fantastischen Bilanz sowohl hinsichtlich der künstlerischen Darbietungen als auch der Besucherzahl. Die Stadt Vevey konnte über eine Million Besucher begrüssen, darunter etwa 375'000 Zuschauer, die die 20 offiziellen Aufführungen besuchten.

Ein Fest der Superlativen

Die von Daniele Finzi Pasca entworfene und inszenierte Show war ein voller Erfolg. Die künstlerische Vollkommenheit der Aufführung, ihre Aktualität, Poesie, und ihre nachhaltige Botschaft und soziale Verantwortung, ihre emotionale Ausdrucksstärke und technische Umsetzung wurden sowohl von den Schweizer Medien als auch von Journalisten aus aller Welt gewürdigt.

5000 Laiendarsteller verwandelten für fast drei Stunden die Arena in Glanz und Gloria. Die Show war an Emotionalität und Highlights kaum zu übertreffen. Bunte Vogelschare künden die Weinlese an. Die Winzer gönnen sich eine Pause vom Alltag und gehen an den See zum Fischen. Die Arena hüllte sich in teifblauen Farben und urplötzlich tauchten die überdimensional grossen Hechte auf. Die Wächter des Landes in den Nationalfarben rot und weiss marschierten im Gleichschritt in einer Perfektion, wie Marionetten auf einer simulierten Show auf dem Computer. Zwei Jahre übten 200 Freiwillige die komplexe Choreographie der "Hundertschaften". Rund 70 verschiedene Kostüme wurden entworfen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, sich aber in das Grosse und Ganze exzellent einfanden. An Kreativität kaum zu übertreffen: Die ersten Tropfen des Weines als überdimensional grosse Tränen dargestellt. Spätestens jetzt mutet die Inszenierung komplex und erfinderisch an und anmierte den Zuschauer zu einem spontanen Beifall.

Als dann die Senner mit ihren prächtig geschmückten Kühre zur Hymne "Le Ranze des Vaches" einziehen sind alle ergriffen. Im Wechsel spielen sich die Alphornbläser den Ruf des Kuhreigens zu, bevor der Gesang in seiner ganzen Vollkommenheit durch die laue Sommernacht über den Lac Leman zieht. Manchem Zuschauer rollen die Tränen über die Wangen. Hingebungsvoll ist der Gesang und hallt noch lange nach. Selbst die Kühe stehen still wie Spielfiguren, bevor sie noch einmal zu "Lioba Li-ooba andächtig noch eine Runde drehen. Das grande Finale endet mit sprühender Lebensfreude, stehenden Ovationen und einem tosenden Applaus. Bravo - Fête des Vignerons 2019.

Rückblick

Seit Sommer 1999 wurde die «Fête des Vignerons» sehnsüchtig erwartet. In 2010 hatte die «Confrérie des Vignerons» (Winzerbruderschaft) das nächste Winzerfest für den 18. Juli bis 11. August 2019 angekündigt. Es sollte in Vevey in einer, speziell für diesen Anlass errichteten, Arena stattfinden. Am 18. Juli wurde das Festival mit der Premiere in Vevey eröffnet. An diesem Abend wurde der König, Jean-Daniel Berthet aus Epesses, gekrönt und erstmals wurde eine Goldmedaille an eine Winzerin, Corinne Buttet aus Chardonne, verliehen.

Veranstaltungen am Nachmittag nicht ausgelastet

In 25 Tagen verzeichnete Vevey mehr als eine Million Besucher. Von den geplanten zwanzig Aufführungen, fanden achtzehn termingerecht statt. 355'000 Tickets von den insgesamt 420'000 verfügbaren wurden verkauft. Damit ist das Winzerfest 2019 das meistbesuchte aller zwölf Ausgaben, die seit 1797 bis dato stattgefunden haben. Die Abendshows erfreuten sich mit 97% Auslastung besonderer Beliebtheit. Die Aufführungen am Tage, an denen Besucher aus der ganzen Schweiz teilnehmen konnten, waren zu 72,5% belegt, was die Veranstalter enttäuschte.

Allein am Konföderationstag, dem 1. August, wurden 100'000 Zuschauer verzeichnet, womit dieser der besucherstärkste Tag des Winzerfestes war. Andere, ebenfalls sehr stark besuchte Tage waren der Tag des Kantons Waadt (90'000 Personen), Samstag, der 3. August (85'000 Besucher) und der Tag des Kantons Freiburg (60'000).

Konzept aufgegangen

Neben den Aufführungen hat das «Ville en Fête», das öffentlich zugängliche Stadtfest, Vevey in ein eindrückliches Open-Air-Kulturfestival verwandelt. Die gesetzten Ziele in Bezug auf Unterhaltung, Geselligkeit und Vermittlung des Geistes des Winzerfestes wurden mehr als erreicht. Die Vorschläge der Organisatoren bezüglich Catering und Rahmenprogramm waren ein grosser Erfolg. Der Espace Jeunesse mit seinem originellen Chalet des Contes suisses (Geschichten über und aus der Schweiz) war niemals leer. 2'500 Kinder haben die Aktivitäten, die von Julies Passport angeboten wurden, wahrgenommen. Die Nachtparade, die jeden Tag die Aufführung beendete, hat jeden Abend etwa 3'000 Zuschauern verzaubert. Alle Restaurants der «Ville en Fête», sowie die 15 Weinkeller des Festivals, zeigen sich trotz einiger Regentage höchst zufrieden.

«Die kollektive Magie hat sich als wirksam erwiesen», sagt François Margot, Abtpräsident der "Confrérie des Vignerons". Die Zutaten, die diesem Fest so viel Geschmack verliehen haben, sind die Frucht der bemerkenswerten Inspiration der Autoren des Festivals und sie wurde von begeisterten Zuschauern genossen. Diese waren von der Qualität der Show fasziniert, die von Amateurschauspielern aufgeführt wurde, Darsteller deren Talent durch harte Arbeit und Proben nicht weit davon entfernt ist, Profis vor Neid erröten zu lassen! Es ist mit Dankbarkeit, dass ich mich vor so vielen geteilten Freuden verbeuge.»

Catering-Möbel der Fête werden verkauft

Am 29. September findet in Aigle ein grosser öffentlicher Verkauf der Catering-Möbel, Dekorationen und Accessoires des Festivals statt. Detaillierte Informationen dazu werden später mitgeteilt.

Der Abbau der Arena und der «Ville en Fête» läuft bereits und dauert bis 15. Oktober. Die Terrassen der Winzerbruderschaft werden Anfang November abgebaut. Bis dahin stehen sie der Stadt und ihrer Gewerbetreibenden zur eventuellen Nutzung zur Verfügung.

Biomilch-Markt ist gesättigt

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Artikel geschrieben von

Kirsten Müller

Redaktionsleitung

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