Alpsommer 2019

«Ans Aufhören haben wir nie gedacht»

Daniela und Patrick Bühler verbrachten ihren ersten Sommer auf der Alp. Eines ist klar: Der Plot für einen neuen Heidifilm ist nicht entstanden.

Für Daniela war schon immer klar, dass sie einen Sommer auf der Alp verbringen wollte. Als Patrick schliesslich vergangenen November einen Tapetenwechsel brauchte, haben sie einstimmig beschlossen: «Wir gehen Z’alp».

Auf der Alp Spycherberg im Justistal (BE) kümmerten sich Daniela und Patrick den Sommer über um 25 Kühe, einen Stier und 14 Alpschweine. Die Milch veredelten sie traditionell zu Alpkäse. Daniela ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb aufgewachsen und als diplomierte Pflegefachfrau tätig. Patrick hat Maurer gelernt und führt zusammen mit seinem Bruder und Vater ein Baugeschäft. Er hat als kleiner Junge oft auf der Alp Berzgumm Im Saanenland ausgeholfen. Danielas Familie hatte jedes Jahr zwei Kühe auf der Alp Spycherberg. Welche Hürden mussten sie nehmen?

LANDfreund: Habt ihr mal gedacht: «Jetzt reicht es, wir gehen?»

Daniela: Es gab schwierige Momente. Aber Hinschmeissen war für mich nie eine Option. Die schönen Dinge überwogen und motivierten mich.

Patrick: Ich bin an Grenzen gestossen, die ich in meinem bisherigen Leben nicht kannte, und manchmal krachte es zwischen uns. Aber die Spannungen verflogen so schnell wie sie kamen. Ans Aufhören habe ich in diesen Situationen nie gedacht.

LANDfreund: Hättet ihr euch besser vorbereiten sollen?

Daniela: Wir überlegten uns gut, was wir benötigen, und besorgten alles. Jedoch arbeitete ich bis zwei Tage vor dem Alpaufzug. Das war ein Fehler. Wir hatten zu wenig Zeit, uns einzurichten, und lebten die ersten drei Wochen aus dem Koffer. Der ohnehin schwierige Start wurde so noch holpriger. Zu Beginn kostete es uns viel Zeit, einen effizienten Arbeitsablauf zu finden. Wir bekamen wenig Schlaf, und die Nerven litten natürlich auch.

Patrick: Im fünftägigen Sennenkurs auf dem Hondrich lernten wir käsen. Dann wurden wir drauflosgelassen. Richtig lernen tut man es sowieso erst auf der Alp, und schlussendlich mussten wir die Dinge so nehmen wie sie kommen. Ohnehin kann man sich nie auf alles vorbereiten.

>> Interview weiterlesen (Ausgabe 10/2019, Seite 52)

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Artikel geschrieben von

Sarina von Allmen

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