Haselnüsse

Gut Ding will Weile haben Plus

Schweizer Haselnüsse gibt es nur wenige auf dem Markt. Wer sich für den Anbau dieses Nischenprodukts entscheidet, braucht Geduld. Dass sich diese lohnt, zeigt die Geschichte von Ueli Ramseier und Bettina Clavadetscher.

Aus Not und Freude sind Ueli Ramseier und seine Frau Bettina Clavadetscher auf die Nuss gekommen. «Ich bin gelernter Landwirt, konnte aber keinen Hof übernehmen», so Ramseier. «Auswandern, um so an einen Betrieb zu gelangen, war für uns keine Option, also fokussierten wir uns auf Spezialkulturen und stecken da unser ganzes Herzblut hinein.»

2014 stiegen sie mit als die ersten Bauern in der Schweiz in die Haselnussproduktion ein. «Learning by Doing» war angesagt, denn Auskunft geben konnte hierzulande noch kaum jemand. «Heute können wir Neueinsteigern Hilfeleistung geben. Das macht vieles einfacher.»

Die Haselnuss ist in Ramseiers Augen ein Zukunftsprodukt. Die Nüsse sind gesund und passen zum veganen Hype.

Ansprüche sind nicht hoch

Derzeit pflegt Ramseier auf 60 a Pachtland rund 170 Bäume. Absichtlich wird nicht von Sträuchern gesprochen, denn es handelt sich hier nicht um die typisch europäische Hasel, sondern um eine veredelte Form der Baumhasel. Das hat mehrere Vorteile: Einerseits lassen sich die Nüsse einfacher ernten, andererseits kommen die Bäume früher in Ertrag. Trotzdem dauert es auch hier zwölf bis 15 Jahre, bis die Bäume im Vollertrag sind. Zirka fünf Jahre nach der Pflanzung darf man mit einem überschaubaren Ertrag rechnen. Wer sich also für den Produktionseinstieg interessiert, muss mit einer langfristigen Perspektive ans Projekt herangehen.

Damit der Einstieg in eine zukunftsgerichtete Kultur möglich ist, welche die ersten Jahre keinen Ertrag abwirft, braucht es ein Nebeneinkommen. Ramseier und Clavadetscher arbeiten beide zu 60 % auswärts. Ihre Spezialkulturen führen sie im Nebenerwerb.

Der Haselnussanbau braucht Geduld. Trotzdem ist es Ramseier ein Rätsel, weshalb sich nur wenige Bauern dafür interessieren. «Der Arbeitsaufwand ist eher gering, und auch die Standortanforderungen sind nicht speziell.» Wichtig ist eine...

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