Reisen

«Landwirt sein verbindet» Plus

Maja Mogwitz reiste 88574,41 km und besuchte acht Länder. Das Besondere? In jedem Land war eine Farm für mehrere Wochen ihre Arbeits- und Schlafstelle. Der Lockdown beendete ihr Abenteuer. 

Maja Mogwitz, 26 Jahre, studierte Agrarwissenschaftlerin, beschloss, Landwirte und deren Arbeits- und Wirtschaftsweise auf der ganzen Welt kennenzulernen. Sie machte sich Anfang August im vergangenen Jahr auf den Weg. Hier ein Ausschnitt aus ihren spannendsten Erlebnissen. Übrigens: Wer mehr erfahren möchte, hört unter Agrarweltreise – der Podcast weitere Geschichten von Maja.

Neuseeland: Melken, Melken...

Auf meinem Weg zur Farm erstreckten sich links und rechts der Strasse saftig grüne Wiesen – im Horizont die Berge. Vor allem sah ich viele Schafe, Lämmer, Kühe und Kälber. Um genauer zu sein, gibt es in Neuseeland 27 Millionen Schafe und knapp fünf Millionen Milchkühe sowie vier Millionen Fleischrinder. Neuseeland war der erste Stopp meiner Agrarweltreise.

Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Es war eine deutsche Familie, die mich aufgenommen hat. Ausgesucht hatte ich mir eine Farm mit 600 Milchkühen. Als ich ankam, war gerade Abkalbezeit und neuseeländischer Winter. Täglich wurden zwischen sechs und zehn Kälber geboren. Ich selbst bin auf einem Ackerbaubetrieb aufgewachsen, deshalb kannte ich die Arbeit auf einem Milchviehbetrieb nicht wirklich. Aber ich habe schnell gemerkt, das geht auf die Knochen. Melken, Kälber aufsammeln, Weide abstecken, bei Schwergeburten mithelfen und wieder melken. Jeden Tag insgesamt sieben Stunden melken. Mein üblicher Büroarbeitstag wäre dann schon fast vorbei, aber hier begann erst nach diesen sieben Stunden die eigentliche Arbeit. Meine erste Farm hat mich also direkt etwas gelehrt: Gearbeitet wird jeden Tag. Die Tiere stehen an erster Stelle. Und wer täglich arbeitet – der muss seine Arbeit lieben. Und: «Hallo Körper, ich wusste gar nicht, dass du so schmerzen kannst.»

Warum bin ich losgeflogen?

Mir war schon als junges Mädchen klar, dass ich Landwirtin werden will. Und so studierte ich Landwirtschaft.Nach meinem Agrarwissenschaftsstudium in Göttingen habe ich angefangen, in der Social-Media-Abteilung eines landwirtschaftlichen Unternehmens zu arbeiten. Mit moderner Kommunikation wollten wir die Menschen in den Städten für moderne Landwirtschaft begeistern und besonders über kritische Themen diskutieren und aufklären. Meine Aufgabe war es, unseren Facebookauftritt zu moderieren. Posts und Kommentare im Blick zu haben, auf einer Seite mit 80.000 Followern, heisst auch viel Kritik einzustecken. Ich musste also unter anderem lesen, dass wir Bauern «Tierquäler» sind, dass wir die «Umwelt vergiften» und «Tiere zwangsvergewaltigen».

So stieg in mir immer mehr das Bedürfnis auf, noch mal in die praktische Landwirtschaft zu schauen. Wie sind...

Die Redaktion empfiehlt

Bodentiere

Klimawandel und Bodenfruchtbarkeit

vor von UFZ, idw

Das Leben im Erdreich hat heutzutage gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Während das veränderte Klima die Körpergrösse der Organismen reduziert, verringert die Bewirtschaftung ihre...