Frankreich

Lyon: Streit über Fleischverbot in Schulkantinen

Aus "Corona-Hygienegründen" will die Stadt Lyon vorübergehend kein Fleisch mehr in den Schulkantinen anbieten, weil die Essensabwicklung dann schneller verläuft. Die Gegner wittern grüne Ideologie.

In der französischen Stadt Lyon soll es sofort in den Schulkantinen nur noch ein Menü für alle geben, und zwar ohne Fleisch. Wegen der Corona-Pandemie gilt dort mit dem Ende der Winterferien ein neues Hygienekonzept. In den Kantinen soll dann alles schneller ablaufen, heißt es.

Darüber ist nun allerdings eine heftige Debatte entbrannt. Landwirtschaftsminister Julien Denormandie forderte am Sonntag auf Twitter ein Ende der Ideologie zulasten der Kinder. Man solle ihnen geben, was sie zum Wachsen brauchen. Dazu gehöre auch Fleisch. Er wies den Präfekten der Region an, eine Rücknahme der Entscheidung zu erwirken.

Auch Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach von „skandalöser Ideologie“. Die moralistische und elitäre Politik der Grünen schließe das einfache Volk aus und sei eine inakzeptable Beleidigung für Frankreichs Landwirte und Fleischer. Er betonte, dass viele arme Kinder nur in der Schulkantine Fleisch bekämen.

Die Stadt kontert laut Medienberichten, dass das Menü nicht vegetarisch sei, sondern auch Fisch und Eier enthalte. Zudem sei die Maßnahme nur vorübergehend. Auch Lyons Bürgermeister verwies auf Hygienegründe.