Rezept

Teigwaren aus Schweizer Hartweizen – eine Rarität

Anja Rohrbach wollte keine Rohstoffe aus Übersee verarbeiten und in ihrem Hofladen verkaufen. Deshalb entschied sich die Familie, selber Hartweizen anzubauen. Sie ist überzeugt, die klimatischen Hürden zu meistern.

Im alten Dorfkern von Ostermundigen (BE) liegt der Bauernbetrieb von Familie Rohrbach. Es ist kein klassischer Bauernhof, wie man ihn kennt. Die Landwirtschaftsflächen sind nicht arrondiert, und nur eine Werkstatt steht direkt neben dem grossen Bauernhaus. Platz für Nutztiere bietet der Hof inzwischen nicht mehr. Die früher angrenzenden Weiden, welche die Familie in Pacht für ihre Milchkühe nutzen konnten, wurden überbaut.

Neue Wege gehen

Deshalb spezialisierte sich die Betriebsleiterfamilie auf den Futter- und Ackerbau, baute ein Lohnunternehmen auf und stieg in die Direktvermarktung ein. Künftig wollen Rohrbachs im kleinen Rahmen Freilandpoulets auf dem Betrieb mästen und über die Direktvermarktung verkaufen.

Die 35 ha Kulturland, welche Familie Rohrbach ausschliesslich in Pacht bewirtschaftet, befinden sich in verschiedenen Nachbargemeinden. Aber die Lage im ehemaligen Dorfkern bietet auch ihre Vorteile. Am Hof vorbei führt ein beliebter Wander- und Spazierweg: die optimale Lage für einen Hofladen. Deshalb schenkt Bäuerin Anja Rohrbach ihrem vor eineinhalb Jahren eröffneten Hofladen noch mehr Aufmerksamkeit und weitet das Sortiment stetig aus.

Ihr neustes Projekt: selber Teigwaren herstellen. Dabei legt sie grossen Wert auf heimische Rohstoffe. „Ich wollte keinen Hartweizen aus Kanada oder anderen Ländern verarbeiten“, so Rohrbach. Ihre ersten Produktionsversuche startete die Bäuerin mit Schweizer Dinkel, da dieser auf dem Markt einfacher zu finden war.

Eigenanbau statt Import

Schweizer Hartweizen ist eine Seltenheit, da die klimatischen Bedingungen hierzulande nicht optimal sind. „Wir haben aber passende Flächen“, sagt Anja Rohrbach. „Wir haben trockene Anbauflächen, wo der Regen anfangs Sommer – also gegen Ende der Reife – vorbeizieht.“ Und so kam durch Zufall die Idee, selber Hartweizen anzubauen, zu verarbeiten und zu veredeln und anschliessend im eigenen Hofladen zu verkaufen.

>> weiterlesen und leckeres Rezept zum Nachkochen (LANDfreund-Ausgabe 01/2020, ab Seite 56)