Schwerpunkt Hacken Teil 2

Baukasten: Die Hacke individuell zusammenstellen

Jede Hacke lässt sich für die Kulturen und Böden individuell zusammenstellen. Wir geben einen Überblick über den Baukasten.

Grundsätzlich muss die Hackenbreite zur Sätechnik passen. Vor allem, wenn man sehr nah an der Kultur arbeitet, sind auch RTK-gesteuerte Anschlussfahrten beim Säen nicht exakt genug. Durch den Abstand von der Antenne zum Säschar, Spiel in den Unterlenkern und walkende Reifen sind die Ungenauigkeiten größer als der Abstand der Hackwerkzeuge von der Kultur. Viele Hersteller empfehlen sogar, immer im gleichen Fahrmuster wie bei der Saat zu arbeiten. Denn vor allem etwas ältere Säaggregate ziehen zur Seite.

Wenn man breiter hacken möchte, werden mehrere Hackgeräte jeweils mit unabhängiger Kamerasteuerung an einem Trägerrahmen kombiniert.

Die meisten professionellen Hacken mit Kamerasteuerung werden heute im Bereich von 6 bis 9m Arbeitsbreite verkauft. Diese Geräte wiegen je nach Ausstattung und Werkzeugen zwischen 1,5 und 2,0t. Traktoren mit 100 bis 130PS reichen aus. Meist setzt hier nicht die Motorleistung, sondern die Hubkraft das Limit. Die übliche Arbeitsgeschwindigkeit liegt im weiten Bereich von 3 bis 18 km/h. Dementsprechend variiert die mögliche Flächenleistung stark. Meistens steigert sich die Geschwindigkeit mit jedem Arbeitsgang und dem Wachstum der Kultur. Denn zunehmend ist dann auch eine Häufelwirkung gefragt.

Drei Anbauräume

Prinzipiell gibt es drei Anbaumöglichkeiten: vorne, mittig oder hinten. Für den Frontanbau spricht die teils bessere Übersicht beim Hacken. Weil die Hacke nah an der Lenkachse arbeitet, ist exakteres Arbeiten möglich. Allerdings reagiert das Gespann sehr direkt auf Lenkbewegungen.

Die Übersicht auf der Straße, die Vorderachslast und die dadurch teils eingeschränkte Lenkbarkeit sprechen dagegen. Außerdem überrollen die Schlepperräder den bearbeiteten Boden und drücken ihn an. Dadurch wachsen einige Unkräuter wieder an. Deshalb montieren einige „Fronthacker“ hinten Lockerungsschare, um die Fahrspuren wieder aufzuziehen. Ein Lenkrahmen lässt sich im Frontanbau nicht oder nur schwer einsetzen.

Der Zwischenachsanbau am Geräteträger bringt vor allem im Getreide und besonders am Hang Vorteile. Allerdings gibt es derzeit keine Serien-Geräteträger. Gute Gebrauchte sind selten und teuer.

Fazit: 90% der modernen Hacken arbeiten im Heck des Traktors. Durch den Heckanbau werden die Schlepperspuren direkt gelockert. Gezogene Werkzeuge arbeiten störungsärmer als geschobene. Im Heckanbau sind längere Bauformen möglich. Das erlaubt die Kombination mehrerer Werkzeuge und einen größeren Durchgang.

Einige Hacken haben Koppelpunkte vorne und hinten und lassen sich wahlweise in der Front- oder Heckhydraulik fahren. Zur besseren Tiefenführung gibt es für die Schubfahrt teils einen zusätzlichen Frontanbaubock mit Rädern.

Basis fast aller Hacken ist ein (klappbares) Profilrohr, an dem die Hackaggregate befestigt sind.

Das läuft meist über Klemm- oder Bügelschrauben. So lässt sich der Abstand der Aggregate an die Reihenweite der Kulturen anpassen. Das ist aber eher ein Vorteil in der Fertigung. Denn in der Praxis wird der Reihenabstand kaum verstellt, vor allem, wenn die Einsatzzeitpunkte dicht beieinanderliegen. Deshalb entscheiden sich die Landwirte mit Kulturen in...

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