Landtechnik-Herbst 2020

Bis zu 80 Prozent weniger Staub im Stall

Mit Stroh kommt auch Staub in den Stall und damit gesundheitliche Probleme für Mensch und Tier. Doch wie lässt sich das Problem in den Griff bekommen? Eine Untersuchung aus Österreich liefert erste wichtige Anhaltspunkte.

Landwirte, die in ihrem Stall viel mit Stroh arbeiten, kennen diese Situation: Beim Einstreuen staubt es erst einmal kräftig auf. Oft kratzen die Staubpartikel in der Nase. In kürzester Zeit legt sich ein dicker Staubfilm auf die Buchtenwände ab.

Doch das muss nicht sein. Denn Landwirte können Techniken installieren, die Staub binden. Dazu gehört einerseits die automatische Entstaubung. Eine Strohmühle zerkleinert dabei das eingebrachte Material (Rund- oder Quaderballen), welches danach über Rohre vollautomatisch in jede Bucht gelangt. Der Staub wird zuvor abgesaugt.

Zudem spielt der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft und auch im Stall eine wichtige Rolle. Fakt ist: Eine feuchte Bodenfläche hemmt die Aufwirbelung von Partikeln deutlich. Daher gibt es auch die Möglichkeit, Staub durch Flüssigkeiten zu reduzieren. Ein von Düsen verteilter feiner Sprühnebel bindet dabei die Staubpartikel. Zusätzlich hat das System einen kühlenden Effekt. Das bringt in heissen Sommermonaten einen Vorteil.

Drei Betriebe im Vergleich

Um diese beiden Entstaubungssysteme zu prüfen, hat die höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft (HBLFA) Raumberg-Gumpenstein (Österreich) Messungen in drei Mastschweineställen nach Tierwohlstandard durchgeführt. In österreichischen Tierwohlställen haben die Schweine Zugang zu frischer Luft und können sich durch zum Beispiel einen Auslauf den unterschiedlichen Umweltreizen aussetzen. Im Stall steht ihnen zudem Stroh als Liegefläche beziehungsweise als Futterzusatz und Beschäftigung in Raufen zur Verfügung. Tierwohlställe bieten den Tieren ausserdem mehr Platz.

Ein Versuchsbetrieb nutzte das Entstaubungs- und Einstreusystem...

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