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Case IH Großpackenpresse LB436 HD

Die LB436 HD Presse von Case IH soll bei gleicher Ballengröße von 120 x 90 cm eine um 22 % höhere Ballendichte als das alternative Modell LB434 XL liefern.

Landwirte und Lohnunternehmer, die mehr Silagematerial in jeden Ballen packen wollen, um das Handling zu vereinfachen und die Transportkosten zu senken, können laut Case IH von der neuen LB 4 XL-Großballenpressen profitieren. Sie soll Großballen mit einer um bis zu 22 % höheren Dichte als das Modell LB434 XL produzieren können. Das alte Modell mit der identischen Ballengröße von 120 x 90 cm soll aber auch weiterhin im Sortiment bleiben, heißt es.

Neu an der LB436 HD sind das Hauptgetriebe und ein Mittelgetriebe mit Überlastschutz, so dass einerseits eine hohe Leistungsübertragung möglich ist, andererseits der Antriebsstrang sicher geschützt wird. Darüber hinaus wurde ein neues Garnknotersystem entwickelt, das die Produktivität steigern und durch den Wegfall von Garnabfällen eine Verunreinigung der Feldstreu und der Ballen verhindern soll.

Die LB436 HD ist vollständig ISOBUS Class-3-kompatibel. Das bedeutet, dass nicht nur die Ballenpresse von einem ISOBUS-Terminal in der Traktorkabine aus gesteuert werden kann, sondern umgekehrt kann auch die Presse Aktionen des Traktors steuern kann, z. B. die Fahrgeschwindigkeit in Bereichen mit lichten Schwaden erhöhen, um die Arbeitsleistung automatisch zu steigern.

Hochfeste Konstruktion

Das Fahrgestell der LB436 HD ist um einen robusten Rahmen herum gebaut und so konstruiert, dass es den Belastungen durch ein HD-System standhält, erklärt Case IH weiter. Die Zugstange, die für eine bessere Sicht und Manövrierfähigkeit besonders kurz gehalten wurde, ist an der Ballenpresse verschraubt und kann so leicht auf die Höhe der verschiedenen Anhängevorrichtungen eingestellt werden. Der obere Teil der Zuführkammer ist jetzt ein integraler Bestandteil der Presse. Dies soll den Vorteil haben, dass sowohl die Ballenpresse als auch der Traktor nur minimal belastet werden.

Neu gestaltete Pick-up

Der 2,35 m breite Pick-up der LB436 HD ist mit einer mechanisch getriebenen Top-Assist-Rolle und einem Rollenniederhalter ausgestattet, um auch in großen Schwaden einen effektiven Erntegutfluss zu gewährleisten, so der Hersteller weiter. Bei den Zinken handelt es sich um Stahlspiralen mit einem Durchmesser von 5,5 mm, die auf fünf Zinkenleisten und nicht wie bei den anderen Case IH LB-Modellen auf vier Leisten angeordnet sind. Sie würden für eine schnelle und saubere Ernte mit höchster Ballenleistung sorgen. Schwenkbare Tasträder sind als Wunschausstattung lieferbar.

Die glatten und flachen Oberflächen der neuen Pick-up-Zinkenführungen aus Polypropylen ermöglichen einen verbesserten Gutfluss und eine gleichmäßigere Zuführung. Dabei gewährleisten die fehlenden Kurvenränder einen ungehinderten seitlichen Übergang von den Förderschnecken, erklären die Ingenieure weiter. Darüber hinaus maximiere der Werkstoff Polypropylen aufgrund seiner hohen Flexibilität und der nur minimalen Verformung auch die Lebensdauer der Zinkenführungen.

Serienmäßig mit der Rotorcutter-Technik

Die LB436 HD ist serienmäßig mit dem Rotorcutter-Messersystem von Case IH ausgestattet. Dieses System verfügt über 29 Messer und einen verstellbaren Messerwahlschalter, mit dem entweder 7, 8, 14, 15 oder alle 29 Messer aktiviert werden können. Alle Messer sind einzeln geschützt, und die Auswahl wird im Fahrerhaus auf einem Monitor angezeigt.

Neue Dichtegrade

Case IH  LB 4 XL-Großballenpresse

Case IH LB 4 XL-Großballenpresse (Bildquelle: Hersteller)

Zu Beginn des Pressvorgangs wird empfohlen, die Zapfwelle des Traktors bei 850/min einzuschalten. Das Schwungrad der Ballenpresse wird in zwei Stufen beschleunigt, von 0 bis 684/min und dann von 684 bis 1.244/min. Eine Meldung auf dem ISOBUS-Display im Fahrerhaus des Traktors zeigt an, wenn der zweite Gang eingelegt und die Motordrehzahl des Traktors erhöht werden kann, um die Zapfwellendrehzahl auf 1.000/min und somit die Schwungraddrehzahl der Presse auf den Maximalwert von 1.445/min zu erhöhen.

Wie bei anderen Hauptelementen des Pressenbetriebs auch bedeutet eine ISOBUS-Steuerung, dass der Bediener stets umfassend informiert ist und alles unter Kontrolle hat. Mit dem ISOBUS-Terminal AFS Pro 700 von Case IH profitiert der Bediener jetzt von einem neuen Bedienkonzept, das die Benutzerfreundlichkeit und den Bedienkomfort verbessert.

Die LB436 HD verfügt über eine justierbare, durch Scherschrauben geschützte Vorverdichtungskammer und einen Kolben mit einer maximalen Drehzahl von 48 Hüben/min. Der Kolbenhub ist länger als bei der LB434 XL, um das Erntegut weiter in die Ballenkammer zu befördern und eine Berührung der vorherigen Schicht bei der Zuführung zu verhindern.

Gleichzeitig wurde die Kolbenkraft um 150 % im Vergleich zum Modell LB434 XL erhöht und durch neue, verschraubte Pleuelstangen gesichert. Neu positionierte Heuhalter verbessern die Klemmwirkung jedes Ballens, während neue Dämpfer den Geräuschpegel senken. Der Verdichtungskanal ist länger, und während die aktuellen Modelle über zwei Zylinder zur höheren Verdichtung des Heus verfügen, kommen bei der neuen LB436 HD sieben Zylinder mit größeren Verdichtungsringen zum Einsatz. Alle diese Merkmale hat Case IH nach eigener Aussage entwickelt, um sicherzustellen, dass bei jedem Kolbenhub, der Material in die Ballenkammer befördert, so viel Erntegut wie möglich zugeführt wird, um einen maximalen Durchsatz zu erzielen.

Auf dem Mittelgetriebe befinden sich zwei Pumpen für das Dichtesystem. Die erste Pumpe sorgt für einen Gutfluss bei standardmäßiger Dichte, während die zweite Pumpe einen hohen Gutfluss für das schnelle Schließen der Spannschienen ermöglicht. Das System hält den Druck in der Ballenkammer auch dann aufrecht, wenn die Zapfwelle und der Traktormotor abgestellt wurden.

Am Heck sorgt eine neue Dichteringkonstruktion für eine verbesserte Kontrolle der Dichteklappen. Die Seitenklappen werden jeweils von einem Paar doppeltwirkender Hydraulikzylinder gesteuert, während die obere Klappe von drei weiteren Zylindern betätigt wird. Die Ballenlänge kann über eine neue elektrische Steuerung an der Maschinenseite verändert werden.

Knotersystem TwinePro

„Das neue TwinePro-Knotersystem bietet zahlreiche Vorteile, nicht nur für den Eigentümer und Fahrer, sondern auch für das Vieh und die Umwelt“, sagt Maxime Rocaboy von Case IH.

„Zu den Hauptvorteilen gehören u. a. die Verbesserung der Futterqualität und die Reduzierung der Umweltbelastung durch den Wegfall von Garnabfällen, die sonst ihren Weg sowohl in das Futter als auch auf das Feld finden können. Darüber hinaus bieten die TwinePro-Knoter eine deutliche Verbesserung bei der Zugfestigkeit und eine Steigerung der täglichen Produktivität durch eine höhere Balleneffizienz bei gleichzeitig reduziertem Risiko eines Fadenbruchs.“

Bei diesem neuen Knotersystem werden neu gestaltete Nadeln mit einem neuartigen Nadelbügel-Rückführungssystem kombiniert, sagt Case weiter. Das Sechsfach-Knotersystem TwinePro der LB436 HD sei zur Kompensierung der höheren Kolbenlasten in einem verstärkten Rahmen montiert. Elektrische Knoterlüfter blasen Verunreinigungen weg und halten die Einheiten sauber.

Die TwinePro-Knoter nutzen ein einfaches System zum Binden von hochfesten Schlaufenknoten, so dass der Bediener die maximal mögliche Ballendichte mit verschiedenen Garnen erreichen kann, ohne dass die Gefahr des Aufplatzens besteht. Bei Schlaufenknoten entstehen im Gegensatz zu anderen Verfahren keine lose Reste, die dann auf dem Ballen oder auf dem Feld verbleiben. Das trage zur Verbesserung der Futterqualität und zur Reduzierung der Umweltbelastung bei.

Weiterhin wird das System durch ein neues drittes Knoter-Nockenschaltwerk ergänzt, das eine dritte Drehbewegung der Hippe für eine aktive Freigabe des Schlaufenknotens ausführt. Die neu gestaltete Garnscheibe weist jetzt nur zwei anstatt vier äußere Kerben auf, die den Druck auf das Garn bei der zweiten Knotenbildung aufheben. Darüber hinaus ist sie mit einem integrierten Stift ausgestattet, der den Garnscheibenhalter anhebt, so dass das Garn aus der Scheibe austreten kann und nicht geschnitten werden muss. Das Knoter-Nockenschaltwerk treibt die Garnscheibe, die Hippe und den Messerarm an.

„Mit TwinePro wird, nachdem der erste Standardknoten gebunden wurde, ein zweiter Knoten – der Schlaufenknoten – zur zusätzlichen Sicherung des Ballens gebunden“, erklärt Maxime Rocaboy.

„Dieser zusätzliche Schlaufenknoten bietet laut Garnhersteller TAMA nicht nur eine um bis zu 30 % erhöhte Festigkeit für eine höhere Balleneffizienz und Produktivität, sondern ermöglicht bei Verwendung kostengünstiger Garne gut gebundene Ballen mit Standarddichte, oder bei Verwendung von Standardgarnen Ballen mit höherer Dichte, die mit konventionellen Knotersystemen nicht erreicht werden kann.“

Auswahl an hydraulischen Steuerungsmöglichkeiten

Die serienmäßige Hydraulikausstattung umfasst manuelle Hydraulikfunktionen mit elektrohydraulischer Betätigung der Messerschublade und der Messer sowie einen einfach wirkenden Hydraulikheber. Das optionale Komfortpaket ermöglicht die elektrohydraulische Bedienung von Funktionen mithilfe von Power Beyond. Dies ermöglicht den Betrieb der fünf von der Ballenpresse benötigten Hydraulikfunktionen – Druck, Rückkehr, Load-Sensing und doppelte Pick-up/Heber – sowie die zusätzliche hydraulische Bedienung von Funktionen wie Ballenrutsche, Ballenauswurf und Radblockierung von der Kabine aus.

Neue Achskonfiguration für sanfteres und sichereres Fahren

Die Großballenpresse LB436 HD ist serienmäßig mit einer Tandemachse ausgestattet. Um einem Traktionsverlust beim Wenden entgegenzuwirken, schwenkt die Hinterachse um bis zu 15 Grad, kann bei Bedarf aber auch gesperrt werden. Eine automatische hydraulische Verriegelung ist optional möglich.

Neu eingeführt für die LB436 HD wurde die hydraulische Federung der Tandemachse. Die mit dieser Option ausgestatteten Ballenpressen bieten nicht nur eine ruhigere Fahrt, sondern minimieren auch die Stoßübertragung auf Traktor und Bediener. Zusätzlich hat diese Optionen einen positiven Einfluss auf die Kraftstoffeffizienz. Ein Druckluftbremssystem ist serienmäßig verbaut, um ein sicheres Verzögern bei allen Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Als Reifen können wahlweise 600/50 R22.5 oder 600/55 R26.5 aufgezogen werden. Beide Größen bieten maximale Standfläche und Bodenschutz und halten die Ballenpresse für den Straßenverkehr unter einer Breite von 3,0 m.