Fahrbericht

Erdrückendes Schwergewicht

Bei der Reduzierung von Herbiziden und der Bekämpfung des Maiszünslers spielt die Quetsch- bzw. Messerwalze eine immer grössere Rolle. Für den Erfolg ist das Gewicht entscheidend.

In den vergangenen Jahren führte die HAFL Versuche mit unterschiedlichen Messerwalzen durch. Ziel war es, ein Gerät oder eine Gerätekombination zu finden, die das Wachstum unterschiedlicher Pflanzen zur Gründüngung stoppt, ohne dass diese direkt absterben. Es stellte sich heraus, das optimale Effekte erzielt werden, wenn der Pflanzenhalm bis zu einem bestimmten Grad abgequetscht und somit die Wasserzufuhr «abgestellt» wird. Die niedergewalzte Gründüngung bedeckt den Boden und verhindert das Unkrautwachstum sowie die Ausdunstung von Wasser.

Die beispielsweise mit einer Direktsaatmaschine gedrillte Folgefrucht hat somit gute Bedingungen, in einem feuchten und unkrautfreien Boden zu keimen – so weit die Theorie.

Effektivität durch Gewicht

In der Praxis zeigte sich jedoch, dass längst nicht alle handelsüblichen Geräte geeignet sind, bestimmte Gründüngungen durch Abquetschen im Wachstum abzubremsen. «Bei grobkörnigen Leguminosen oder Kruziferen funktionierte es generell gut», erzählt uns Prof. Dr. Bernhard Streit, Dozent für Verfahrenstechnik an der HAFL. «Bei Grünschnittroggen braucht man jedoch rohe Gewalt, um das Wachstum zu bremsen. Aus unseren Erkenntnissen resultierte, dass wir ein Gewicht von etwa 1,5 t pro Meter Arbeitsbreite benötigen.»

Da keines der getesteten Geräte diesen Anforderungen entsprach, suchte Bernhard Streit Unterstützung bei Stefan Wenger vom Schweizer Unternehmen Famatech.

Zusammen entwickelten sie ein erstes, angehängtes Funktionsmuster mit 3,3 m Arbeitsbreite und einem Gesamtgewicht über 4,5 t. Mittlerweile bietet Wenger diese Walze auch in weiteren Variationen und Grössen an.

Schräge Lamellen

Herzstück des Geräts ist der Walzenkörper mit einem Durchmesser von 0,85 m bis zu den Aussenkanten der Schneid- beziehungsweise Quetschlamellen....