Agritechnica-Silber

Fasterholt Beregnungsmaschine DL 66 Pro

Durch die Bewässerung von bis zu 8 ha bei einer Maschinenaufstellung steigen die Arbeitsleistung und die Arbeitsqualität. Auch das Umsetzen selbst ist schnell im Einmannbetrieb machbar.

Bei der Beregnungsmaschine DL 66 Pro von Fasterholt handelt es sich um eine neuartige Kombination von mobiler Beregnungsmaschine mit Maschinenvorschub und aufgebautem Düsenwagen, der aus einem neuartigen, teleskopier- und hydraulisch klappbaren 66 m langen Aluminiumgestänge besteht. Die Vorteile der beiden aktuell verbreiteten Verfahren (Selbstfahrer und Düsenwagen) werden hier in einer Maschine kombiniert, sagt die Neuheitenjury der Agritechnica anerkennend und verleiht die Silbermedaille.

Die generellen Vorteile von Düsenwagen im Vergleich zum Großregner (Kanone), die bisher immer von einer mobilen Beregnungsmaschine mit Regnereinzug aus betrieben wurden, liegen zum einen in der ressourcenschonenden Beregnung, die mit wenig Druck (ca. 1-2 bar, je nach verwandter Düse) und bodennah arbeitet, zum anderen in der exakten Abgrenzung der Arbeitsfläche.

Der im Vergleich zur Kanone niedrige Druck spart Energie, gleichzeitig weist das Tropfenspektrum einen geringeren Feintropfenanteil auf – dies minimiert die Verdunstung. Da die Querverteilung nicht über die Wurfweite realisiert werden muss, kann die Arbeitshöhe gering gehalten und die Windempfindlichkeit gegenüber der Kanone deutlich minimiert werden.

Bewässerung

Fasterholt Beregnungsmaschine DL 66 Pro (Bildquelle: Pressebild)

Die Nachteile liegen in der mit zunehmender Rohrlänge deutlich höheren Zugkraft, die mit dickeren Wandstärken abgefangen werden muss und die maximal zu beregnende Schlaglänge ist auf etwa 500 bis 600 Meter begrenzt. Auch ist das Abfahren von Beeten nicht möglich, so dass diese Maschinen vergleichsweise häufig umgesetzt werden müssen – ein nicht unerheblicher Arbeitsaufwand mit den bisherigen Klappgestängen, der meist nicht von einer Person alleine bewerkstelligt werden kann.

Die Vorteile der mobilen Beregnungsmaschine mit Maschinenvorschub (Selbstfahrer) liegen in der größeren möglichen Rohrlänge (bis ca. 1.000 m), da die Maschine das wickelbare Rohr vom Boden aufnimmt und aufrollt, anstatt es in voller Länge über den Boden zu ziehen. Des Weiteren kann, wenn das Rohr entsprechend ausgelegt wurde, ein ganzer Schlag in Beeten abgefahren werden, so dass das Umsetzen entfällt.

Als Nachteil dieses Systems ist das vergleichsweise hohe Gewicht zu nennen, vor allem wenn zum Ende des Beregnungsvorgangs fast das ganze Rohr aufgewickelt ist. Das Gestänge der DL 66 Pro ist insgesamt in zehn Segmente zu je etwa 6 m unterteilt, die jeweils eine eigene Wasserversorgung haben. So ist zukünftig – mit der noch fehlenden Teilbreitensteuerung – eine Art „Section Control“ für die Beregnung vorgesehen, wodurch auch ein keilförmiger Teilschlag unter weitgehender Vermeidung von Überlappung und der Beregnung von Nicht-Zielflächen bewässert werden kann.

Die wirtschaftliche Bedeutung für die Praxis ist schon jetzt offensichtlich. Durch die mögliche Bewässerung von bis zu 8 ha bei einer Maschinenaufstellung, ohne das sonst erforderliche zeitraubende Umsetzen, steigen die Arbeitsleistung und die Arbeitsqualität. Auch das Umsetzen selbst ist, durch die hydraulische Betätigung des Teleskopierens bzw. der Klappung, im Einmannbetrieb möglich, zeitsparend und erhöht zudem die Arbeitssicherheit. Weiterhin sind durch die energie- und wassersparende Arbeitsweise positive Auswirkungen auf die Umwelt- und Energiesituation zu erwarten.


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