Fotostrecke: Die neuen Düngerstreuer auf der Agritechnica 2019

Die Firmen machen ihre Streuer für die teilflächenspezifische Düngung fit. Kommen Sie in folgender Fotostrecke mit zu den Neuheiten bei den Düngerstreuern, die auf der Agritechnica 2019 zu sehen waren

Alle Landtechniker haben Respekt vor den Konstrukteuren der Düngerstreuer. Denn neue Streuer erreichen hohe Präzision und schaffen es, den Dünger in vielen Teilbreiten auszubringen – wohlgemerkt bei Wurfweiten bis über 50 m. Das genaue Streuen in möglichst vielen Teilbreiten ist einer der wichtigsten Trends. Die Präzisionslandwirtschaft setzt sich immer weiter durch. Außerdem setzt die Düngeverordnung strenge Grenzen. Der Wunsch nach Präzision spiegelt sich auch in den drei Silbermedaillen wider:

  • Hill Control von Rauch für genaues Streuen am Hang. Die Software erhält von Neigungs- und Gierratensensoren Informationen zur Oberfläche des Schlages. Über Verändern des Aufgabepunktes, der Scheibendrehzahl und der Dosiermenge verbessert das System beim Zweischeibenstreuer die Verteilgenauigkeit in kupiertem Gelände und verhindert das Über- bzw. Unterdosieren.

  • MultiRate-Dosiersystem von Rauch für Pneumatikstreuer. Jedes Dosierorgan einer Düngerauslassöffnung hat seinen eigenen 48 Volt-Elektroantrieb. Die Antriebe lassen sich unabhängig voneinander stufenlos regeln. So kann die Düngermenge nicht nur mit der Fahrtrichtung, sondern auch quer dazu in 1,20 m breiten Streifen variiert werden. So kann der Pneumatikstreuer Applikationskarten und auch Keile sowie Kurven viel genauer bearbeiten.

  • EasyMix von Amazone. Der Einsatz von individuell hergestellten Mischdüngern spart Zeit. Bei dezentral hergestellten Düngern fehlen oft die Streutabellen. Die prämierte App schätzt die Querverteilung der einzelnen Mischkomponenten ab und schlägt für den Mischdünger die optimale Einstellung des Zweischeibenstreuers vor. Dazu muss man sie vorher mit Angaben zum Streuer, den geplanten Mischkomponenten und der Arbeitsbreite füttern. Laut Amazone berücksichtigt das Programm auch die Wechselwirkungen der Einzelkomponenten und deren unterschiedliches Flugverhalten.

Wichtige Sensoren

Durch den Trend zur teilflächenspezifischen Düngung könnte die Bedeutung von Pflanzensensoren weiter zunehmen. Fritzmeier zeigt den neuen, Isobus-fähigen Isaria Pro Compakt. Er soll einen günstigen Einstieg in die sensorgestützte Bestandsführung bieten. Er ist für den Einsatz bei Tageslicht konzipiert. Durch ihre kompakte Bauform lassen sich die Sensoreinheiten z.B. an den Außenspiegeln des Traktors montieren.

Kverneland stellt das Multirate für den TLX Geospread-Streuer vor. Das System ist voll Isobus-fähig und kann das Streubild in den Teilbreiten variieren. Je nach Applikationskarte sind so nach Aussagen des Herstellers bis zu acht Dosiermengen-Sektionen möglich.

Neue Baureihen

Auch bei den unterschiedlichen Baureihen stellen die Hersteller auf der Agritechnica Neuheiten vor. Lemken hat vor Kurzem seine Vertriebskooperation mit dem französischen Streuer-Hersteller Sulky Burel vorgestellt. Zunächst übernehmen die Alpener ohne weitere Änderungen drei Baureihen mit insgesamt fünf Modellen. Das Topmodell heißt Polaris und bietet bis zu 400 l Volumen.

Amazone bietet als Alternative zur hydraulischen Schiebersteuerung in der Einsteigerklasse ZA-V das Terminal EasySet 2 an. Das Terminal kommt ohne Menüführung aus. Für jede Funktion gibt es einen Button. Der Fahrer kann die gewünschte Ausbringmenge am Terminal eingeben und braucht nicht mehr die Skala an der Rückseite der Maschine einzustellen. Das System passt außerdem bei wechselnden Geschwindigkeiten die Schieberstellung entsprechend an. Für den ZA-TS hat Amazone das HeadlandControl entwickelt. Damit schaltet der Streuer am Vorgewende und in Keilen sehr präzise ein und aus.

Von Maschio kommt der Düngerstreuer Primo EW Isobus. Der Streuer bietet bis zu 3200 l Volumen, hat ein serienmäßiges Wiegesystem und bietet die Funktionen Section Control sowie Variable Rate.

Bogballe stellt die neue L-Linie vor (500 bis 2050 l; 10 bis 24 m Arbeitsbreite). Der Streuer lässt sich schnell auf unterschiedliche Güter und kleinen bis großen Mengen (3 bis 370 kg/ha) einstellen. Die L-Linie lässt sich Schritt für Schritt bis zum Wiegesystem und GPS aufrüsten. Dazu zeigt Bogballe das Navi Com Modul. Damit lassen sich Funktionen wie das Section Control oder das Abarbeiten von Applikationskarten per Android-Tablet steuern.

Rauch baut neben den HighTech-Lösungen seine kompakte Baureihe aus. Auf der Agritechnica stehen die Zweischeiben-Streuer der MDS.2 Reihe mit bis zu 2 t Düngernutzlast und maximal 24 m Arbeitsbreite.

Von APV kommt das System Liquid Fertilizer. Es ist für die gezielte Dosierung flüssiger Dünger z.B. bei der Maissaat entwickelt worden.

Die Redaktion empfiehlt

Ein sehr wichtiger Trend auf der Agritechnica war die mechanische Unkrautbekämpfung. Die traditionellen Anbieter, wie u.a. APV, Einböck, Hatzenbichler oder Treffler, bekommen neue Wettbewerber.

Leichtere Fahrzeuge und dadurch höhere Nutzlasten – die Hersteller versuchen trotz aufwendiger Fahrwerke und Aufbauten die Gewichte zu reduzieren. Neue Ladungssicherungssysteme bringen Komfort.

In unserer dritten Fotogalerie nehmen wir Sie mit zu den Neuheiten bei den Rad-, Hof- und Teleskopladern auf der Agritechnica in Hannover. Zu jedem der 108 Bilder gibt es Detailinfos!

Fotos: Neues bei der Gülleausbringung für 2020

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht