Reifendruck

Nehmen Sie Druck weg

Mit angepasstem Reifendruck schonen Sie den Boden und sparen Treibstoff. Aber lohnt es sich, dafür eine Reifendruckregelanlage anzuschaffen?

Unter Bodenfachleuten ist man sich einig, dass Bodenverdichtungen neben Erosion die grösste Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit darstellen. Besonders anfällig für Verdichtungen sind feuchte Böden, so ist denn auch das Schadensrisiko in niederschlagsreichen Gebieten höher als in trockeneren Regionen.

So weist rund ein Drittel der Landwirtschaftsböden in der Zentralschweiz Schäden durch Verdichtungen auf. Neben Ertragseinbussen von bis zu 20 % führen Verdichtungsschäden zudem zu Problemen mit verstärktem Oberflächenabfluss. Das
Resultat sind vermehrte Überschwemmungen, erhöhte Erosionsschäden und verschmutzte Gewässer. Auch Pflanzenschutzmittel gelangen von verdichteten Böden rascher ins Grundwasser, denn die Giftstoffe haften weniger gut an den Bodenteilchen.

Der Landwirt kann Bodenverdichtungen entgegenwirken, einerseits kann er den Boden stärken und andererseits die Mechanisierung anpassen. Schonend bearbeitete, gut durchwurzelte, humusreiche und lebendige Böden können höhere Lasten ertragen und erholen sich nach einer Beschädigung deutlich schneller als stark beanspruchte oder längere Zeit brachliegende Böden.

Viel grössere und raschere Auswirkungen hat aber die Mechanisierung. Das Risiko von Bodenverdichtungen hängt von der Radlast, dem Reifenvolumen, dem Reifendruck, dem Bodenfeuchtezustand und der Anzahl Überfahrten ab.

Bei der Radlast kann man sich an folgender Faustregel orientieren: Ab 5 t (also 10 t Achslast) drohen Unterbodenverdichtungen. Bei der Reifenwahl achten Sie auf möglichst niedrigen, aber noch zulässigen Reifendruck für die gewünschte Tragfähigkeit. Dies hängt vom Reifenvolumen und der Reifenqualität ab. Als Zielwert für den Reifendruck im Feld beim aktuellen Stand der Technik gilt 0,6 bar. Neben guter Bodenschonung erreicht man damit einen geringeren Rollwiderstand und spart 10 % bis 20 % an Treibstoff.

Für die sichere Fahrt im Strassenverkehr braucht es jedoch höhere Drücke. Dabei bewähren sich oftmals Reifendruckregelanlagen, wo der Landwirt von der Traktorkabine aus den Reifendruck erhöhen oder senken kann. So können Sie den Reifendruck zwischen Strassenfahrt und Acker ­ändern.

Da es manchmal schwierig ist, die Situation auf dem Feld richtig einzuschätzen, haben die HAFL in Zollikofen und die Forschungsanstalt Agroscope im Internet das Bodenverdichtungsmodell Terranimo aufgeschaltet (www.terranimo.ch). Die Bauern dürfen es kostenlos nutzen. Das Modell basiert auf unzähligen Feldversuchen mit Bodendruckmessungen.

Besonders wichtig ist es, den Bodendruck bei Güllefahrzeugen zu optimieren, denn diese Gefährte sind in den letzten Jahren immer grösser und schwerer geworden.

Wie sich welche Technik auf den Bodendruck auswirkt und ab wann sich eine Reifendruckregelanlage lohnt, erfahren Sie in der aktuellen LANDfreund-Ausgabe 06/2019.

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Artikel geschrieben von

Matthias Stettler

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