Glyphosatersatz

Strom statt Glyphosat ist auf gutem Weg

Der Prototyp des Elektroherb-Geräts war 2017 erstmals in der Schweiz im Einsatz. Seither ist viel passiert. Wissenschaftlich begleitet hat die Weiterentwicklung des sogenannten XPower die Fachstelle Bodenschutz des Kantons Bern – ein Zwischenbericht.

Das von der Firma Zasso entwickelte Elektroherb-Gerät, XPower, vernichtet flächendeckend mit Strom Unkraut. Der Prototyp wurde 2017 erstmals am Inforama Rütti vorgeführt. Nun ist die Produktion angelaufen, und die Erstserie XP300 steht zum Verkauf bereit. Fritz Hofer vom Precision Center sagt dazu: „Mit dem XPower bietet Bucher Landtechnik AG eine neue Möglichkeit zur Unkrautbekämpfung. Deshalb freuen wir uns, es in Kooperation mit AgXtend CNH anzubieten.“ Das Gerät besteht aus drei Komponenten:

  • Der Traktor steuert das Elektroherb und treibt den Generator über die Zapfwelle an. Der angebaute Generator erzeugt den Strom, der an die Frontapplikatoren weitergeleitet wird.
  • Diese leiten den Strom bis in die Pflanzenwurzeln und vom Boden zurück in einen Stromabnehmer an der Bodenoberfläche.
  • Die Hochspannung schädigt das Chlorophyll und zerstört Zellen vor allem im Bereich des Hypokotyls, wo die Wurzeln in den Sprossbereich übergehen. Dadurch sterben Blätter, Stängel und Wurzeln (bis zu einer Tiefe von 15 cm) ab.

Wirkung über 90 Prozent

„Die Unkrautvernichtung mit Strom ist im Gegensatz zu Glyphosat rückstandsfrei, und Abdrift wie bei herkömmlichen Spritzen ist ebenfalls kein Problem. Auch verhindert man Herbizidresistenzen“, so Chervet. Im Vergleich zu Hackgeräten komme es nicht zu Erosion und Bodenfeuchteverlusten. Die Elektroherb-Versuchsflächen sind am Inforama Rütti in Zollikofen. Der Boden besteht aus schwach humosem, sandigem Lehmboden (3 % Humus, 18 % Tonanteil). Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt 1100 mm. Zum Einsatz kam das Elektroherb in den mehrjährigen Versuchsjahren grossflächig bei drei verschiedenen Anwendungen:

  • Gründüngung vernichten
  • Sommerspontanbegrünung nach der Ernte der Hauptkultur bekämpfen
  • Spontanbegrünung, die sich über den Winter etabliert hat, beseitigen

Der Erfolg bei der Gründüngung (Sonnenblumen, Guizota Niger, Phacelia) kann sich sehen lassen: „Bei jeder unserer dreijährigen Versuchsreihe wurde die Gründüngung jeweils vollständig vernichtet“, so Chervet. Erfolgreich war auch die Regulierung der Spontanbegrünung im Frühling. Schwieriger gestaltete sich die Bekämpfung der Begrünung zwei bis vier Wochen nach der Ernte der Hauptkultur. Die meisten Unkräuter hatten keine Chance, ebenso wie Ausfallsgetreide.

>> weiterlesen (LANDfreund-Ausgabe 02/2020, ab Seite 38)

Die Redaktion empfiehlt

Strickhof Schweine-Tag 2020

Herausforderungen angenommen!

vor von Nadine Maier

Der Strickhof Schweine-Tag 2020 lockte viele Landwirte nach Lindau (ZH). Spannende Referate und interessanter Fachaustausch wurde den Teilnehmern geboten.