Landtechnik-Herbst 2020

Stufenloser Lintrac im Dreierpack Plus

Die drei stufenlosen Lintrac 90, 110 und 130 konnten wir heuer bei unterschiedlichen Arbeiten wie Mähen, Wenden, Frontladerarbeiten und Schneeräumung testen. Sind sie so innovativ und effizient, wie der Hersteller Lindner aus dem österreichischen Kundl bewirbt?

Bevor es mit dem Praxiseinsatz losging, erklärten uns die Lindner­Techniker am Werksgelände in Kundl/Tirol die umfangreichen Funktionen des Lintrac sowie die Einstellungen bei Getriebe, Lenkung und Hydraulik. Die elektrisch geregelte Hydraulik bietet viele Möglichkeiten der Anpassung. Zusätzliche Funktionen für Anbaugeräte und Frontlader runden das Paket ab.

Drei von fünf getestet

Je nach Modell fördert die LS-Hydraulik zwischen 88 und 100 l/min und liefert einen Maximaldruck von 200 bar. Alle Funktionen wurden in einer Software zusammengeführt, was zu einer sehr komplexen Steuerung führt, aber den Einsatzbereich deutlich erhöht. Den Lintrac gibt es in den Modellen 90, 95, 110, 115 und 130. Der Perkins- Motor leistet je nach Modell zwischen 102 und 136 PS. Über die von Lindner gewohnte Displaybedienung am IBC (Intelligenter Bord-Computer) oder über Tasten und einen Drehregler neben dem Multifunktionsjoystick können Betriebsdaten abgefragt oder Einstellungen geändert werden.

Bei den von uns getesteten Modellen 90, 110 und 130 ist eine optionale Allradlenkung erhältlich. Alle waren mit der elektronischen Hubwerksregelung, EHR, jeweils für Front und Heckhubwerk ausgerüstet. Funktionen wie Heben und Senken können aber auch über den Joystick angesteuert werden. Der stufenlose Antrieb bei den Modellen 90, 110 und 130, kombiniert mit der Allradlenkung, macht Arbeiten, bei denen häufiger Richtungswechsel auf engem Raum nötig ist, zum Vergnügen.

Bedienung farblich sortiert

Die Fahrtrichtung kann über einen Hebel links an der Lenksäule oder zwei Tasten am Multifunktionsjoystick vorgewählt werden. Das stufenlose Getriebe ermöglicht einen sanften Richtungswechsel und lässt ruckfreies Arbeiten zu.

Wichtige Bedienelemente sind farblich sortiert und gut zu identifizieren. Der Joystick und weitere Elemente wie die L-Drive-Bedieneinheit sind an der rechten Armlehne montiert. Über die L-Drive-Konsole können Funktionen wie Tempomat, Maximalgeschwindigkeit, Allrad, Differenzial und vier verschiedene Fahrmodi geschaltet werden. Die Achsen des Joysticks können über einen Taster auf weitere Steuergeräte umgeschaltet werden.

Mit dem efficient-power-Standard (ep) lässt sich die maximale Drehzahl begrenzen. Der programmierbare Drehzahlbereich des Motors liegt zwischen 1200 und 2300 U/min. Es braucht allerdings viel Übung, bis man die vielen Funktionen des Lintrac aus dem Effeff beherrscht.

Eine Vorderachsfederung ist bei den Modellen 110 und 130 erhältlich. Laut Lindner soll aber auch beim kleinsten Lintrac noch eine gefederte Vorderachse folgen. Mit aktivierter Schwingungstilgung lassen sich aber auch ohne gefederte Achse Anbaugeräte angenehm einsetzen.

Nur der Lintrac 130 ist optional als 50-km/h-Version erhältlich. Die anderen Modelle beschleunigen bis auf 40 km/h. Der 130er unterscheidet sich darüber hinaus von den beiden anderen Modellen durch das neue Touchdisplay und die aktive Stillstandsregelung. Das neue Display hat uns gut gefallen. Es erleichtert das Ablesen und Einstellen der vielen Funktionen. Auch die Lenkradübersetzung kann über die Funktion Lenkorbitrol passend zur jeweiligen Arbeit angepasst werden.Kommen wir zu den Beurteilungen...

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