Pöttinger

Test: Heuwender gezogen oder angebaut?

Bei Zettwendern der Mittelklasse können Kunden zwischen angebauten und angehängten Varianten mit Transportfahrwerk wählen. Wo die jeweiligen Vorteile der Varianten liegen, haben wir getestet.

Bei sehr großen Arbeitsbreiten trägt schon immer ein Fahrwerk den Wender. Doch auch Geräte in der Mittelklasse gibt es neben der klassischen, angebauten Variante in der gezogenen Ausführung. Dann kann auch der kleine Hofschlepper bei der Silage mithelfen. Doch bieten die gezogenen Maschinen noch weitere Vorteile?

Wir haben für unseren Systemvergleich drei unterschiedliche HIT-Wender von Pöttinger mit je acht Kreiseln und 8,60 m Arbeitsbreite (nach DIN) beim zweiten und dritten Grünlandschnitt gegeneinander antreten lassen. Die Ergebnisse sind wie immer bei unseren Systemvergleichen auch auf ähnliche Maschinen anderer Hersteller übertragbar.

Grundlegend gleiche Technik

Die drei Wender unterscheiden sich lediglich durch Anhängung und Fahrwerkskonzept. Zum Test sind folgende Maschinen angetreten:

  • Als Anbauwender der HIT 8.91
  • der gezogene HIT 8.91 T mit überschwenkendem Fahrwerk
  • und mit vorlaufendem Fahrwerk der HIT 8.9 T.

Die Zetter arbeiten mit je acht Kreiseln, die im Durchmesser 1,42 m groß sind. Die sechs Zinkenarme je Kreisel sind gekröpft. Das gehört zu Pöttingers sogenannter Dynatech-Technik. Durch die Form soll kein Futter an den Zinkenarmen hängen bleiben, was im Test gut funktionierte. Zudem haben die Doppelzinken unterschiedliche Schenkellängen, sprich der innere Zinken ist kürzer. Dadurch sollen sie immer parallel zum Boden stehen und weniger Schmutz ins Futter bringen.

Außerdem sind die Zinken jeweils in zwei Neigungen einstellbar, wodurch sie tendenziell eher auf Griff oder eher schleppend arbeiten. Das geht allerdings nur mit Werkzeug. Zusammen mit der Einstellung des Streuwinkels in fünf Stufen an der Kreiselradaufhängung lassen sich die Wender auf unterschiedliche Einsatzbedingungen sehr gut anpassen.

Anbauen und losfahren

Der HIT 8.91 wird klassisch im Heckhubwerk Kategorie 2 angebaut. Zwei dw-Steuergeräte sind nur nötig, wenn man die optionale Grenzstreueinrichtung ordert, sonst reicht eins. Vorsicht: Der Zettwender baut kompakt hinter dem Schlepper, ­deshalb unbedingt die Heckscheibe schließen. Per Seilzug löst man ein Sperrventil und damit die Transportsicherung. In 18 Sekunden ist der Wender dann einsatzbereit – der schnellste im Test.

Etwas anders sieht es beim HIT 8.91 T aus. Bei diesem System hängt der Wender unter dem Rahmen des Fahrwerks, der über eine Traverse drehbar mit dem Anbaubock verbunden ist. Die Transporträder lassen sich während der Arbeit nach oben schwenken. Den HIT 8.91 T koppelt man in den Unterlenkern des Schleppers, Kategorie 2. Auch hier sind zwei dw-Steuergeräte nötig, falls man die optionale Grenzstreueinrichtung ordert. Aufgefallen sind uns bei diesem Zettwender die relativ kurzen Hydraulikleitungen, die wir sogar für alle eingesetzten Schlepper verlängern mussten. Hier sollte Pöttinger nachbessern. Die farbliche Kennzeichnung der Leitungen war hingegen bei allen drei Kandidaten gut. Beim 8.91 T kommt ebenfalls ein Sperrventil mit Seilzug zum Einsatz. Beim Ausklappen breitet sich zunächst der Wender aus und anschließend schwenkt das Fahrwerk über – Dauer: 28 Sekunden.

Deutlich die Nase vorn hat in dieser Kategorie der HIT 8.9 T. Die Maschine koppelt man einfach im Zugmaul des Schleppers, schließt die Schläuche und Elektrik an und kurbelt die Stütze hoch – fertig. Über ein ew-Steuergerät hebt und senkt man das Gerät, ein...


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